Corona und wenig Resonanz

Kulturring Altena: Personalwechsel und große Sorgen 

Wolfgang Noack, Geschäftsführer des Kulturrings Altena, mit dem neuen Kalender für 2021
+
Wolfgang Noack, Geschäftsführer des Kulturrings Altena

Lange geschlossene Bürgerburg, wenig Resonanz auf Veranstaltungen und Corona: Viele Sorgen plagen den Geschäftsführer des Kulturrings in Altena. Die sollen nun zum Thema werden. Auch ein personeller Wechsel steht an.

Altena – Um das kulturelle Leben in Altena kümmert sich seit 1971 der Kulturring. Er ist Veranstalter von Konzerten, Lesungen, Kabarettabenden und dergleichen mehr und muss das auch aus eigener Kraft finanzieren. Die Stadt trägt lediglich die Kosten für die Burg Holtzbrinck als wichtigstem Veranstaltungsort und unterstützt die Geschäftsführung personell. Hauptsächlich wird die Arbeit aber von Wolfgang Noack geleistet, der auf Honorarbasis beschäftigt wird.

Dessen Vertrag läuft zum Jahresende aus. Er möchte weitermachen, sagt Wolfgang Noack. Auch wenn ihn derzeit große Sorgen plagen. Und die will er bei der Jahreshauptversammlung des Kulturrings am Donnerstag, 2. September, offen ansprechen. „Es nützt ja nichts, immer nur im Stillen zu jammern.“

Wie kann man Altenaer begeistern?

Zum einen ist er enttäuscht, dass die beiden Benefizkonzerte zugunsten der Flutopfer – eines am 7. August mit Anne Haigis auf der Burg und auch das am Samstag mit „The Servants“ im Biergarten am Haus Lennestein – nur auf sehr geringe Resonanz stießen. „Ich weiß nicht, was man machen soll. Es kommen alle, wenn die Schützen etwas machen, aber sonst nicht“, hatte er am Samstag gesagt – und dafür Gegenwind geerntet.

Er betont nun, dass er damit keineswegs Kritik an den Schützen und deren Veranstaltungen üben wollte. Die nächste große steht bei den Schützen bald an. Der Satz sei lediglich Ausdruck seiner Ratlosigkeit gewesen, wie es gelingen kann, Altenaer mehr für Termine des Kulturrings zu begeistern. Bei vielen Veranstaltungen ist das Interesse eher gering.

„Es muss was passieren in der Stadt“, sagt der 72-Jährige. „Wir müssen alle zusammen anpacken.“ Er gibt sich kämpferisch und will an Bord bleiben.

„Pandemie trifft uns hart“

Was Noack positiv stimmt, ist die stattliche Zahl an Unterstützern: 430 Mitglieder zählt der Kulturring aktuell, doch auch dabei gibt’s einen Wermutstropfen: Die Tendenz sinkt. Vor zwei Jahren waren es noch 452 Mitglieder. Zwar freut sich der Geschäftsführer auch über die komplett sanierte Burg Holtzbrinck als Veranstaltungsort, doch während der Renovierung war sie für den Kulturring lange Zeit nicht nutzbar.

Die Arbeiten verzögerten sich zudem. Und in der Tenne sei die Sanierung auch noch immer nicht abgeschlossen, sagt Noack. Dort musste die Handwerksfirma an der neu eingezogenen Decke nachbessern.

„Und dann kam noch Corona obendrauf. Die Pandemie trifft uns sehr hart“, sagt Noack. Ebenso wie die Musiker und Künstler. Um sie zu unterstützen und auch zu zeigen „wir sind wieder da, es geht wieder was“, bietet der Kulturring Veranstaltungen an – trotz geringen Interesses bislang. Die nächsten beiden Termine finden am 3. und 5. September statt.

Neuer Bürgermeister übernimmt Vorsitz

Doch nicht nur um die Probleme und mögliche Lösungen wird es bei der Versammlung gehen. Es steht auch ein personeller Wechsel an. Vorsitzende des Kulturrings waren in der Vergangenheit stets die Verwaltungschefs. Im Moment steht noch der frühere Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein an der Spitze, er wird sein Amt abgeben.

Nachfolger soll Bürgermeister Uwe Kober werden. Er habe Bereitschaft signalisiert, sagt Noack. Auch der zweite Vorsitzende sowie die Beisitzer werden neu gewählt. Die Jahreshauptversammlung des Kulturrings findet am Donnerstag, 2. September, um 19 Uhr in der Burg Holtzbrinck statt.

Jazz und Konzert

Der Kulturring Altena lädt für Freitag, 3. September, um 20 Uhr zu einem Konzert mit der Altenaer Formation „Schwieriges Kind“ in die Burg Holtzbrinck ein. Die Band wird ihr neues Mini-Album „Strandgut“ vorstellen. Dieses ist das Ergebnis der Zeit zum Reifen, die sich die Band während der Pandemie genommen hat.

Nach dem erfolgreichen Debütalbum „Älter werden“ legen die Musiker um Ina Wohlgemuth nun mit einem Mini-Album nach, das „musikalisch und poetisch eine tiefgründig, ruhige Reflektion einer außergewöhnlichen Zeit ist“. Der Titel „Strandgut“ stehe sinnbildlich für das Auf-sich-Geworfensein Kulturschaffender in einer Zeit der kulturellen Abstinenz einer verunsicherten Gesellschaft, schreibt die Band.

Karten im Vorverkauf

Weiter geht’s am Sonntag, 5. September, mit der Reihe Jazz Legér mit Frank Wunsch & Friends, ab 11 Uhr in der Burg Holtzbrinck. Zu Gast ist Wunsch mit den beiden Musikerinnen Emese Muehl und Christina Zurhausen. Gespielt werden eigene Kompositionen von Zurhausen und Wunsch sowie ausgewählte Jazz Standards.

Karten für beide Veranstaltungen kosten jeweils 15, für Kulturring-Mitglieder zwölf Euro und sind in der Geschäftsstelle des Kulturrings (Tel. 0 23 52/ 20 93 46, E-Mail: kulturring@altena.de) erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare