Geister beleben die Burg

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Luftbild von der Burg

Altena – Der Tagesordnungspunkt 5 in der Sitzung des Kulturausschusses des Kreises klang vergleichsweise unspektakulär: „Didaktische und mediale Aufwertung der Museen Burg Altena und des Weyhe-Parks“. Dahinter verbirgt sich aber ein Projekt, das das bedeutende Kulturdenkmal ins digitale Zeitalter transformieren soll und auch finanziell ein Schwergewicht ist: 1,6 Millionen Euro sind für das Gesamtkonzept veranschlagt.

 Der Ausschuss segnete einstimmig das Konzept ab, der Förderantrag für einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent soll die Kulturstiftung an die Bezirksregierung schicken. Die bislang überwiegend textlastige Vermittlung der Dauerausstellung soll nach dem Wunsch der Politiker durch bewegte Bilder ersetzt werden. Dabei liegt die Zukunft – wie so oft – in einer verfeinerten Methode, die uralt ist.

Die neuen Projektionen sollen nach dem Prinzip „Peppers Ghost“ die Burg virtuell erlebbar machen. John Henry Pepper war schon vor 150 Jahren bekannt dafür, komplexe wissenschaftliche Themen dem Publikum durch eine ordentliche Portion Entertainment leicht verständlich näher zu bringen. Mit einem Flachglas, einer speziellen Beleuchtung und der Reflexion des Glases erweckte der pfiffige Konstrukteur optische Täuschungen und ließ Objekte oder Personen erscheinen und verschwinden.

Deutlich professioneller soll demnächst Geschichte in dem alten Gemäuer lebendig werden. Mithilfe von Schauspielern und Filmteams werden Figuren wie Jugendherbergsgründer Richard Schirrmann, Landrat Fritz Thomée oder ein eingekerkerter Bischof wie geisterhafte Holografien in Lebensgröße erscheinen und aus ihrem Leben erzählen (Story-Telling).

Mit interaktiven Lichtfinger-Pulten, dem Sichtbarmachen der „Alten Schmiede“, einer neuen Servertechnik für den Multimedia-Guide, um mehrsprachige Beiträge auf dem eigenen Smartphone abzurufen, dem Aufbau eines Themenspielplatzes „Ritterburg“ und vielen weiteren Bausteinen sollen die Museen auch für jüngere Generationen attraktiver werden. Der an die Burg grenzende Weyhe-Park setzt nach den Plänen den Erlebnischarakter im Grünen fort. Den Förderantrag wird nach Möglichkeit die Märkische Kulturstiftung Burg Altena bei der Bezirksregierung stellen. Sie bekäme bei einer Zusage 90 Prozent der Kosten bezuschusst, der Kreis selber hingegen nur 60 Prozent. Details will die Stiftung in einer Sondersitzung klären.

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