Eine mörderische Premiere

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Harald Peinzke verkörperte in einer Doppelrolle den Oberspielmann Waldo von Eichenhain und Pater Anselmus.

Altena – Wenn der Autor während der Probe seines eigenen Stücks zu Tode kommt, indem er „einen Dolch in sich hinein verbrachte“, kann dies auch sehr humoristische Züge annehmen. Das kulinarische Krimi-Dinner nach historischen Motiven, aufgeführt von den „speluden“ am vergangenen Samstag auf der Burg Altena, wusste immer dann zu begeistern, wenn die Gäste in die Aufklärung der schrecklichen Tat miteinbezogen wurden.

Eigentlich hatte das Stück über „König Guntrams Verderben“ nach drei finsteren Jahren der Pest wieder ein bisschen Freude in die Burgmauern bringen und vor allem seinen Herrn Konrad erfreuen sollen. Dass es anders kam und Oberspielmann Waldo von Eichenhain sich gleich im ersten Akt selbst erstach, brachte Pater Anselmus auf den Plan.

War der Theaterdolch ausgetauscht worden oder hatten möglicherweise die „Heksen“ ihre grausigen Hände im Spiel? Die letzt genannten Figuren wurden beide durch Harald Peinzke verkörpert. Auch Caroline Keufen (Elsbeth die Magd und Farfarella das Spielweib) und Torsten Schördling (Ricardo der Hofnarr und Konrad der Burgherr) tauchten jeweils in einer Doppelrolle auf. Komplettiert wurde das Ensemble durch Reinhold Mettmann als Bernhard der Büttel. Der wiederum hatte zwischenzeitlich Pater Anselmus als Chef-Ermittler ersetzt. Doch seine trottelige Art trug eher wenig zur Aufklärung des Verbrechens bei.

Und anstatt sich von einem stotternden Büttel „veräpfeln“ zu lassen, musste wieder der geistliche Detektiv die Aufklärungsarbeit übernehmen. Als Überleitung zwischen den kulinarischen Gängen trat immer wieder die alte Magd Elsbeth auf. Mal feudelte sie mit ihrem Besen zwischen den Gäste umher oder ließ das Licht an- oder auch wieder ausgehen.

Der aufmerksame Zuschauer wird in dem Stück so manchen Querverweis erkannt haben. So wurde der Shakespeare-Klassiker „Romeo und Julia“ genauso verarbeitet wie ein legendäres Wort-Stakkato des französischen Komikers Louis de Funès (Nein!, Doch!, Oh!). Auch dass sich Hofnarr Ricardo am Ende als falscher Italiener entpuppte und stattdessen einfach nur Martin aus Werdohl war, sorgte für einen herzhaften Lacher. Vor dem finalen Akt durfte mitgeraten werden, wer denn nun die Tat begangen haben könnte. Die mit lustigen Fantasienamen unterschriebenen Zettel der Gäste waren in jedem Fall ein Highlight des Abends. „Einige Hinweise brachten mich auf den richtigen Gedanken“, so Pater Anselmus. Doch eines sollte auch klar sein: Der Gärtner war es nicht.

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