Küken schlüpfen im Kindergarten

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Dieter Berges und die Kinder der Johanniter-Einrichtung Altroggenrahmede.

ALTENA - Gebannt stehen die Kinder des Johanniter-Kindergartens in Altroggenrahmede um zwei schwach beleuchtete Kästen aus Plexiglas. In einem liegen noch drei weiße und vier braune Eier, im anderen Behälter tummelt sich inmitten eines Berges gebrochener Eierschalen das pralle Leben.

Erst vor wenigen Tagen sind die Küken in der Einrichtung geschlüpft. Immer begleitet von neugierigen Augenpaaren, die kaum eine der noch ein wenig ungelenken Geh- und Flatterversuche des Federviehs auslassen.

Dieter Berges vom heimische Rassegeflügelzuchtverein Altena 1921 ist der „Herr der Küken“ – erzählt, erläutert und hat sichtlich Spaß, wie wissbegierig die Mädchen und Jungen sind. Vorsichtig nimmt er so ein kleines Jungtier auf die Hand und hat ein bisschen Mühe, die Kinder auf Abstand zu halten. „Darf ich das mal streicheln?“ – ganz oft wird ihm diese Frage gestellt. Und ganz oft schnellt dann eine kleine Kinderhand vor, die vorsichtig, ganz vorsichtig, über das kleine flauschige Küken gleitet.

„Für die Kinder ist es halt etwas ganz Besonderes, dass das Federvieh auch hier in der Einrichtung ausgebrütet wurde und sie gar beim Schlüpfen eines Küken Zuschauer waren“, sagt der erfahrene Geflügelzüchter.

„Es ist nicht unsere erste Aktion dieser Art“, so Odette Klenke, Leiterin der Johanniter-Einrichtung. „Wir haben Dieter Berges auch schon einmal zu Hause besucht, dort, wo er seine Hühner und sein Geflügel hält“, sagt sie und ein kleiner Junge nickt ganz begeistert. „Das war spannend!“

Das Team der Johanniter-Einrichtung hat mit den Kindern Bilder gemalt, kleine Info-Zettel für die Fenster gestaltet und sich intensiv mit dem Thema Geflügelzucht auseinander gesetzt.

Für Odette Klenke sind Aktionen wie diese ein besonderer Baustein für die Sprachförderung der Kleinen. „Das fördert das ,Warum ist das so? und Was passiert?’ – darauf kann man aufbauen“, sagt die Erzieherin. Und weil es natürlich auch eine grafisch gestaltete Hühnerleiter an der Wand gibt, üben die Erzieherinnen auch hier, den Bezug zu den Küken und Hühnern herzustellen. „Das können die Kleinen zwar nicht lesen, sie wissen aber, das kann man auch verschriftlichen“, sagt Klenke.

Inzwischen kommen die fünf Tage alten Küken sogar schon ohne eine zusätzliche Rotlichtlampe aus, die ihnen in den Brutkästen noch einmal zusätzlich Wärme spendete. „Die werden ganz groß“, sagt ein kleines Mädchen und kann sich gar nicht satt sehen.

Bald heißt es dennoch Abschied nehmen aus dem Kindergarten in Altroggenrahmede – dann beginnt für die kleinen Federfluseln ein neues, ein artgerechtes Leben – bei Dieter Berges, auf seinem Hühnerhof.

von Johannes Bonnekoh

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