Kriminalität geht zurück

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Alexandra Füchter leitet die Kripo im Südkreis, Peter Bauer kümmert sich um Jugendkriminalität und Markus Schröer ist für das die Lenneschiene umfassende Kriminalkommissariat 21 zuständig. ▪

ALTENA ▪ In der Burgstadt sind 2011 genau 1149 Straftaten angezeigt worden. Das ist (entgegen dem Landestrend) im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von über 13 Prozent. Dafür hatte Markus Schröer, Leiter des für Altena zuständigen Kommissariates, eine Erklärung: 2010 wurde die Kriminalitätsstatistik von einem Warenbetrüger beeinflusst, der von Altena aus agierte und dem allein 270 Taten zur Last gelegt wurden.

Die so genannte „Kriminalitätshäufigkeitszahl“ ist das wichtigste Indiz dafür, wie es um die Sicherheit in einer Stadt bestimmt ist. Sie zeigt auf, wie viele Straftaten auf 100000 Bürger einer Stadt entfallen. Im Land NRW liegt sie bei 8470 Delikten, im Kreisdurchschnitt sind es 6388 und Altena bringt es auf 6287. Grundsätzlich sei in kleineren Städten die Kriminalität weniger ausgeprägt, erklärte Alexandra Füchter bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2011. Sie leitet die für den Südkreis zuständige Kriminaldirektion 2 der Kreispolizeibehörde.

2012 wird die Kripo sich bei ihrer präventiven Arbeit vor allem um Wohnungseinbrüche kümmern – Grund ist eine auch in Altena zu beobachtende, deutliche Zunahme um 20 Prozent. Hier sei die Polizei dringend auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, erklärte Füchter gestern. Sie bittet darum, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden. Einem Täter in Lüdenscheid kam die Polizei erst auf die Spur, als sie über Twitter nach Zeugen suchte und sich in dem sozialen Netzwerk tatsächlich jemand meldete, der den Einbrecher beobachtet hatte.

Apropos Internet: Dass landes- und kreisweit eine Zunahme bei den Sexualdelikten zu verzeichnen ist, hat nach Erkenntnis der Kripo auch mit Facebook und Co. zu tun. Immer wieder käme es dort zu sexuellen Beleidigungen, erläuterte die Kripo-Chefin und sprach von einer erheblichen Zunahme entsprechender Anzeigen. In Altena scheint dieses Phänomen aber weniger ausgeprägt zu sein. Hier nahm die Zahl der Sexualdelikte um 18 Prozent ab. Die Aufklärungsquote liegt dabei bei 100 Prozent – genauso wie beim einzigen Tötungsdelikt, das im vergangenen Jahr zu verzeichnen war: Bekanntlich konnte die Kripo schnell ermitteln, dass der Geschäftsmann Chafik Itani von seinem Sohn umgebracht worden war.

Überhaupt ist Alexandra Füchtner mit der Arbeit ihrer Kollegen vor Ort höchst zufrieden – sie sprach von „ganz tollen Zahlen“. Tatsächlich wurden im Märkischen Kreis 53,8 Prozent aller Fälle gelöst, das liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. In Altena beträgt die Aufklärungsquote sogar über 60 Prozent. Allerdings: Bei Diebstählen und Sachbeschädigungen beträgt die Aufklärungsquote nur zwischen 29 und 33 Prozent.

Neu ist, dass inzwischen auch für den Südkreis ein Jugend-Kriminalkommissariat geschaffen worden ist, das sich um alle Täter unter 22 Jahre kümmert. Ziel ist es, kriminelle Karrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu arbeitet dieser in Plettenberg angesiedelte und von Peter Bauer geleitete Teil der Kripo eng mit Eltern und Jugendämtern zusammen. Insbesondere Intensivtätern werde durch ständige Kontrollen klar gemacht, dass sie unter besonderer Beobachtung stünden, erklärte Bauer seine Vorgehensweise.

In Altena ist etwa jeder vierte Tatverdächtige unter 22 Jahre alt. 6,3 Prozent sind sogar jünger als 14 Jahre und damit noch nicht einmal strafmündig. Trotzdem bekommen auch sie es mit der Jugend-Kripo zu tun. ▪ Von Thomas Bender

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