Segnung homosexueller Paare

Die katholische Basis gibt keine Ruhe

Regenbogen-Fahne weht an katholischer Kirche St. Matthäus in Altena
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Eine Regenbogen-Fahne weht an katholischer Kirche St. Matthäus in Altena

In katholischen Kirchen dürfen homosexuelle Paare nicht gesegnet werden: Die Kritik an dieser Maßgabe aus dem Vatikan reißt auch im Märkischen Kreis nicht ab.

Altena – Die Laienvertretungen sowohl auf der Ebene des Kreisdekanats Altena-Lüdenscheid als auch auf der Bistumsebene fordern eine Umkehr beim Verbot der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die Auseinandersetzung in dieser Frage könne mit der römischen Stellungnahme nicht das letzte Wort sein, so Barbara Vormann und Stefan Kemper, vom örtlichen Katholikenrat.

Die katholische Kirche müsse sich dringend mit einer erweiterten Sichtweise auf die menschliche Sexualität auseinandersetzen, meinen die Beiden. „Ein Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften lehnen wir nachdrücklich ab. Mit der Erklärung wird ein erneutes Störsignal gegen den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland gesendet. Wir schließen uns deshalb ausdrücklich dem Aufruf des Diözesanrates an, die Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer in ihrer Haltung bestätigen. Örtliche Initiativen in einigen Pfarreien haben bereits ebenfalls deutlich Flagge gezeigt.“

In der Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare stellt sich auch der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen an die Seite von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer: „Gott liebt und segnet alle Menschen. Wenn Menschen ihre von Liebe und Verantwortung getragene Partnerschaft unter seinen Segen stellen wollen, kann die Kirche den Segen nicht verweigern“, betonen die beiden Vorsitzenden Klaudia Rudersdorf und Björn Krause in einer Stellungnahme.

„Als Vorsitzende des Diözesanrates der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen – und mit großer Unterstützung aus allen Untergliederungen des Diözesanrates – wenden wir uns entschieden gegen das Verbot aus Rom“, schreiben Rudersdorf und Krause und betonen: „Wir unterstützen alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die öffentlich zu ihrer Segnungspraxis stehen. Sie handeln damit nicht nur im Einklang mit ihrem Gewissen, sondern haben die volle Rückendeckung einer großen Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken.“

Bischof Franz-Josef Overbeck hatte am Freitag in einem Brief an die Kirchengemeinden im Bistum Essen für eine kirchliche Neubewertung der Homosexualität geworben. Gerade die Segensfeiern seien „aus der seelsorglichen Begleitung der betroffenen Menschen“ entstanden.

Auch Generalvikar Pfeffer hatte sich zuletzt mehrfach mit deutlichen Worten gegen das Segnungsverbot gewandt.

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