Viele Regeln, aber auch viel Zuspruch

Im Kreis auf der Schwimmautobahn: So verliefen die ersten Tage im Hallenbad Dahle

+
Daumen hoch: Ralf Ossenberg-Engels freut sich, dass er im Dahler Hallenbad endlich wieder die Möglichkeit hat, Sport zu machen. „Das Schwimmen macht trotz der Einschränkungen Spaß“, sagt er. „Ich sehe das ganz entspannt. Solange wir hier schwimmen und uns bewegen können, ist alles gut.“

Es ist ein nasskalter Herbstmorgen. Das Thermometer zeigt magere acht Grad. Obwohl es erst kurz nach sechs Uhr ist und bei dem Wetter auch ein verlängertes Schläfchen im kuscheligen Bett attraktiv erscheint, herrscht im Schwimmbad in Dahle bereits „reger“ Betrieb – so rege, wie er unter Coronabedingungen sein kann.

Altena – Gesellig, aber mit einigem Abstand, unterhalten sich die Frühschwimmer im Becken. Von getrübter Stimmung: keine Spur. Auch nicht bei den Badegästen, die von Kassiererin Ute Glindmeyer darauf hingewiesen werden, ihre Maske zu tragen. Im Schwimmbad gilt nämlich: Die Mund-Nase-Bedeckung soll so lange wie möglich aufgesetzt werden – im Prinzip also bis zum Beckenrand; beim Schwimmen natürlich nicht.

Der Einstieg zur Schwimmautobahn...

„Du müsstest eigentlich dort drüben ins Becken gehen“, hallt die Stimme eines Mannes durch das Hallenbad, der seine Bahnen zieht. Er weist eine ältere Dame darauf hin, dass sie gerade im Begriff ist, in die Schnellschwimmerbahn einzusteigen. Die Szenerie macht deutlich: Unter den Sportlern hilft man sich gegenseitig in der neuen Umgebung. Die Dame bedankt sich und geht zur Treppe auf der gegenüberliegenden Seite. Kurze Zeit später schwimmt sie dann doch auf der Schnellschwimmerbahn. Wahrscheinlich war es ihr im anderen Bereich zu voll.

Im Kreis auf Schnellschwimmerbahn und Schwimmautobahn

Das Becken ist in Schnellschwimmerbahn und Schwimmautobahn unterteilt. In beiden Bahnen soll mit Abstand im Kreis geschwommen werden. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig“, betont Angelique Waschke, Fachangestellte für Bäderbetriebe bei den Stadtwerken. „16 Leute dürfen noch maximal ins Becken“, erklärt sie. Unter normalen Umständen wären es etwa doppelt so viele. Von außen schaut es so aus, als würde sich jeder an die Abstandsregel halten.

Fachangestellte Angelique Waschke desinfiziert nach jeder Schicht die Kontaktflächen, die die Badegäste im Hallenbad Dahle berührt haben.

Nur beim Rückenschwimmen kann es schon mal eng werden, wenn ein Schwimmer schneller als sein Vordermann ist, ihn aber nicht sieht. Am Donnerstagmorgen, dem zweiten Öffnungstag, sind fast durchgängig neun bis zehn Personen gleichzeitig im Schwimmbecken. Die Duschräume dürfen nur zwei Badbesucher benutzen.

Viel Zuspruch für das Hallenbad

Einer, der gerade duscht, ist Manfred Olszewski. 40 Bahnen ist er geschwommen. Sein Fazit: „Ich bin zufrieden. Es ist super, dass wir wieder im Hallenbad schwimmen gehen können. Seit fünf Jahren schwimme ich jeden Tag einen Kilometer.“ Das Bad sei für ihn ein absoluter Luxus, sagt Olszewski, der nur wenige Meter entfernt wohnt und deshalb zu Fuß in kürzester Zeit am Schwimmbad ist. Täglich wird er vorerst nun nicht mehr kommen können. Denn zumindest fürs Erste dürfe jeder nur zweimal pro Woche schwimmen, erklärt Angelique Waschke. „Damit es fair ist und möglichst viele die Möglichkeit haben, vorbeizukommen.“

Davon betroffen ist auch Willi Röschel, der sonst ebenfalls täglich im Bad ist: „Die Bewegung und das Unterhalten beim Schwimmen: Das ist für uns Frühschwimmer sehr wichtig. Deshalb sind wir froh, wieder schwimmen zu können“, sagt der 80-Jährige. Der Wassersport halte ihn fit, das habe ihm erst vor kurzem sein Arzt bestätigt. Genau so froh über die Öffnung des Bades sind Meike Schröder und Katharina Frotz als sie das Becken verlassen. Was sich noch einspielen müsse, sei die Regelung der Ein- und Ausgänge. Nicht jeder halte sich daran. „Menschen halt“, sagen die beiden lächelnd.

Das Konzept müsse sich noch ein wenig einspielen, sagen Meike Schröder und Katharina Frotz (von links).

„Ansonsten ist es super, dass das Schwimmen wieder möglich ist. Im Becken ist es nicht zu voll.“ Das Konzept mit den Ein- und Ausgängen hat tatsächlich noch eine Schwachstelle, weisen kurz vor Ende der Frühschwimmerschicht zwei ältere Damen hin. Wer an der Eingangstreppe nämlich seine Badeschlappen stehen lässt, hat sie an der Ausgangstreppe nicht zur Hand und muss erst einmal barfuß ums Becken laufen.

„Da müssen wir uns im Team noch einmal Gedanken drüber machen“, nimmt Waschke das Feedback an. Ob ihr neuer Arbeitsalltag stressiger geworden ist? Eigentlich nicht wirklich, sagt sie selbst. „Man muss bloß ein genaues Auge darauf haben, welche Flächen die Leute berühren.“ Diese Flächen werden nämlich in der Pause zwischen 8 und 13 Uhr desinfiziert. Zudem muss das gesamte Bad quergelüftet werden.

An der Kasse ist viel zu tun

Kein unerheblicher Aufwand wird an der Kasse betrieben: „Hier überwacht Kassiererin Ute Glindmeyer, dass sich jeder Schwimmer in eine Liste einträgt. Außerdem desinfiziert sie die Eintrittschips, mit denen die Zahl der Gäste überwacht wird.

Ute Glindmeyer hat an der Kasse viel zu tun. Die Stoffmaske erleichtere ihr das Arbeiten nicht gerade, berichtet die Brillenträgerin.

Gleichzeitig dürfen sich nämlich nur 20 Personen im Gebäude aufhalten. Über die Liste erfolgt übrigens auch vor Ort die Voranmeldung, die für die gut besuchte Frühschicht notwendig ist. Geöffnet ist das Bad von 6.30 bis 8 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare