Infektwelle hat Schulen und Betriebe im Griff

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Diese junge Frau putzt sich mit einem Papiertaschentuch die Nase. Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sind typische Symptome eines grippalen Infekts.

Altena - Winter ist Erkältungs- und Grippezeit. Das Wartezimmer von Dr. Frank Leienbach, Allgemeinmediziner an der Kirchstraße, ist momentan voll. Seit Dezember greife eine hartnäckige Infektwelle um sich, sagt der Mediziner. In Altenaer Schulen und Betrieben macht sich das bislang bedingt bemerkbar.

„In dieser Saison ist die Krankheitswelle besonders schlimm“, berichtet Dr. Frank Leienbach, „Seit Neujahr hat sie noch mal angezogen und seit etwa zwei Wochen stelle ich fest, dass noch mal mehr Leute krank werden.“ Vor allem grippale Erkältungsinfekte mit trockenem Reizhusten seien derzeit verbreitet. Deren Hartnäckigkeit sei auffällig. „Das Krankheitsgefühl hält bis zu zwei Wochen an und die üblichen frei verkäuflichen Temperatursenker und Schmerzmittel helfen nicht“, sagt der Arzt. Zu stärkeren verschreibungspflichtigen Hustenstillern müsse man da greifen.

Auch Lungenentzündungen seien etwas häufiger als in anderen Wintern, ebenso die „richtige Grippe“. „Alle drei, vier Jahre ist die Krankheitswelle auffällig stark. In diesem Jahr auch“, stellt Leienbach fest. Hans-Ulrich Holtkemper, Schulleiter des Burggymnasiums (BGA) kann das bestätigen: „Vergleichsweise sind momentan viele Kinder krank“, sagt er.

Auch im Sekretariat der Schule falle bereits eine Kollegin aus. Eine Bitte hat der Schulleiter an die Eltern: „Kranke Kinder sollen nicht in die Schule kommen, denn sie stecken Mitschüler und Lehrer an. Und das führt am Ende zu noch mehr Unterrichtsausfall.“ Besser sei es da, sich trotz der Angst, im Unterricht etwas zu versäumen, zuhause auszukurieren.

Jörg Schlüter, Schulleiter der Grundschule Breitenhagen, hingegen konnte bislang keine erhöhten Fehlzeiten bei Schülern und Lehrern feststellen. „Ja, es hustet an allen Ecken und Enden, aber nicht mehr als in anderen Jahren.“ Eine Kollegin habe es in dieser Woche erwischt und es seien schon mal drei, vier Kinder in einer Klasse zeitgleich krank. „Aber eine regelrechte Welle ist das bei uns noch nicht“, zeigt sich Schlüter noch optimistisch.

Ebenso wenig kritisch ist die Situation im Stahldrahtwerk Lüling GmbH & Co. KG, wie Personalsachbearbeiter Carsten Dombrowski weiß. „Der ein oder andere grippale Infekt kommt vor, aber auch nicht mehr als sonst.“

Ganz anders sieht es bei der Möhling GmbH aus. Laut Judith Meyer, Mitarbeiterin im Personalwesen, ist der Krankenstand auffällig erhöht. Vor allem seien die Fehlzeiten in diesem Jahr besonders lang. Im Winter seien Krankmeldungen natürlich immer häufiger, aber dann für zwei, drei Tage oder eine Woche. „Momentan ist es aber so, dass Krankmeldungen ganz oft über zwei Wochen reichen, teilweise sogar über drei“, berichtet Meyer. „Da muss etwas Hartnäckiges im Umlauf sein“. Auch eine konkrete Zahl hat sie parat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Fehlzeiten im Januar 2015 gut 2,5 Prozent höher.

Für seine Abwehrkräfte kann jeder etwas tun. Dr. Frank Leienbach hat auch ein paar Tipps zur Vorbeugung parat: „Wenn es möglich ist, sollte man momentan größere Menschenansammlungen meiden, sich oft die Hände waschen und viele Vitamine in frischer Form zu sich nehmen.“ Wer Husten hat, tut gut daran, nicht in die hohle Hand zu husten, sondern in die Armbeuge oder in ein Tuch. So würden Keime und Bakterien nicht so stark weiterverbreitet.

Von Kristina Köller

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