Bei Krankheit weite Wege

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ALTENA ▪ Der ärztliche Notdienst wird reformiert. Ab Februar 2011 wird er zentralisiert – und zwar nicht nur an den Wochenenden, sondern auch nachts. In Iserlohn und Lüdenscheid sollen zwei Notdienstpraxen für den ganzen Märkischen Kreis eingerichtet werden, zusätzlich wird es einen Fahrdienst geben, der einen Mediziner zu ernster erkrankten Patienten bringt.

Insider berichten, dass die Mehrzahl der Ärzte in kleineren Städten wie Altena diese Regelung begrüßt. Grund sei weniger der Wochenenddienst, den sie regelmäßig leisten müssen, sondern die Verpflichtung, entweder an den Werktagen rund um die Uhr für ihre Patienten erreichbar zu sein oder aber eine Vertretung zu organisieren. Das fällt jetzt weg – wenn die Praxis geschlossen ist, übernimmt der Notdienst die Versorgung.

Dafür werden nicht etwa neue Ärzte eingestellt – die vorhandenen, niedergelassenen Ärzte müssen diese Praxen besetzen. Die Arbeitsbelastung werde sich aber trotzdem deutlich reduzieren, hat die Kassenärztliche Vereinigung ausgerechnet. Im Schnitt müsse nämlich jeder Arzt nur noch fünf Dienste im Jahr ableisten.

Und die Patienten? Für die werden die Wege länger – es sei denn, sie sind so krank, dass der Arzt nach Hause kommt. Die Entscheidung darüber trifft eine Leitstelle, die eigens für den Notdienst eingerichtet und mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzt werden soll, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitteilt.

Im Zweifel hilft natürlich auch das Krankenhaus mit seinen rund um die Uhr besetzten Ambulanzen. „Wir schicken doch keinen weg“, versicherte dessen Ärztlicher Direktor Dr. Hans-Hellmut Baumeister gestern. Wenn ein Patient sich mit gesundheitlichen Problemen welcher Art auch immer an der Pforte melde, dann werde sich auf jeden Fall einer der Dienst habenden Ärzte seiner annehmen. ▪ ben.-

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