Krankenhaus: Träger will Personal bluten lassen

ALTENA - Mit gemischten Gefühlen sind viele der über 220 Beschäftigten des St. Vinzenz-Krankenhauses in die Ferien gefahren oder tun es in diesen Tagen. Grund: Der neue Träger macht Ernst, fordert von jedem Beschäftigten einen Gehaltsverzicht.

Ulrich Schell, Vorsitzender der Mitarbeiter-Vertretung, wiegelt ab. Dass, was kurz vor den großen Ferien auf einer Betriebsversammlung gesagt worden sei, habe noch keine Rechtskraft. „Es sind Vorschläge.“ Doch die Änderungsverträge, die unserer Zeitung vorliegen, sprechen eine deutliche Sprache. Danach gibt der neue Arbeitgeber des Hauses, die Deutsche Klinik Union (DKU), dem Beschäftigten, der das Papier unterschreibt, zwar eine Beschäftigungsgarantie bis 2016, verlangt aber, einer Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden und einem Gehaltsverzicht zuzustimmen. Konkret sollen „alle Vergütungsbestandteile befristet bis 2016 um 3,5 Prozent gesenkt werden“, heißt es in dem Vorschlags-Papier. Auch die „Jahressonderzahlung (so genanntes Weihnachtsgeld) und das Leistungsentgelt/Sozialkomponenten entfallen für die Kalenderjahre 2011 bis 2016.“

Schell verwies im Gespräch an die Geschäftsleitung, die aber nicht erreichbar war. Alles seien Vorschläge, denen niemand zustimmen müsse, „das geht gar nicht. Das ist freiwillig.“ Als Annehmfrist für die Mitarbeiter nannte Schell als Vorgabe durch die neuen Eigentümer Dr. Wurth und Dr. Stefan „Ende August, mit dem Auslaufen der Sommerferien.“ Als Gerücht bezeichnete er es, dass die 15 im Haus beschäftigten Ärzte diese Sonderopfer nicht bringen sollen. „Davon ist mir nichts bekannt.“ Die Verträge mit dem Bistum Essen liegen zur Zeit noch dort und sind noch nicht gegen gezeichnet.

von Johannes Bonnekoh

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