Krankenhaus: Protestanten regen runden Tisch an

ALTENA ▪ Zur Diskussion um das Krankenhaus hat das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Altena am Montagmorgen folgende Stellungnahme abgegeben:

„Mit großer Sorge verfolgt die Evangelische Kirchengemein-de Altena die Nachrichten über die Pläne der katholischen St. Matthäus-Gemeinde, das Altenaer St. Vinzenz-Krankenhaus in eine Reha-Einrichtung umzuwandeln und damit offenbar die medizinische Notfall- und Grundversorgung der Bevölkerung aufzugeben.

Viele Fragen sind offen; es gibt große öffentliche Erregung. Daher regt die Evangelische Kirchengemeinde die Bildung eines Runden Tisches zum Erhalt des Krankenhauses an und stellt gerne Räume und Moderation zur Verfügung.

Mit der Umwandlung in eine Reha-Klinik würde der jahrzehntelange Konsens der Arbeitsteilung aufgegeben, dass Diakonie und Evangelische Kirche vorrangig die Altenhilfe in Altena übernehmen, die katholische Kirche und Caritas das Gesundheitswesen.

Seit 1881 gibt es ein katholisches Krankenhaus in der Stadt, seit über 130 Jahren haben sich katholische Christen, aus tiefer Überzeugung und vom Glauben getragen, in den Dienst der Barmherzigkeit gestellt und für eine stationäre Versorgung kranker Menschen gesorgt. Im Jahr 1967 hat das Land Nordrhein-Westfalen entschieden, in Altena nur noch ein Krankenhaus zuzulassen. Träger des Hospitals wurde – nach nicht ganz einfachen Verhandlungen – die St. Matthäus-Gemeinde. Aus dem ehemaligen Städtischen Jo-hanniter-Krankenhaus (später Kreiskrankenhaus) an der Freiheitstraße wurde 1979 das St. Vinzenz-Hospital/Haus II, bis 1986 im Neubau an der Bornstraße beide Standorte zusammengelegt wurden und ein modernes Krankenhaus an den Start ging. Während sich die katholische Gemeinde also um die Kranken kümmerte, übernahmen die evangelischen Christen die Aufgabe, sich um die pflegebedürftigen Menschen zu kümmern: Die Diakoniestation und das Ellen-Scheuner-Haus resultieren aus dieser sinnvollen Aufteilung.

Die evangelische Kirchengemeinde hält ein Krankenhaus in Altena auch und gerade heute für unverzichtbar. Insbesondere Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft kommt, trotz aller Fragen der Wirtschaftlichkeit, eine besondere Bedeutung zu, ihren Auftrag zu erfüllen und kranken Menschen zu helfen. Die Evangelische Kirchengemeinde weiß um die Schwierigkeit, in heutiger Zeit ein Krankenhaus dieser Größe in kirchlicher Trägerschaft zu führen, appelliert aber an alle Verantwortlichen, nach tragfähigen – auch überkonfes-sionellen – Kooperationen zu suchen.“

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