Kraftwerk hat gut zu tun

Die Lenne friert in Altena zu

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Eis auf der Lenne am Wehr bei Otlinghaus: Das haben die Schwäne noch nie gesehen. Ob der Fluss zufriert, hat viel mit dem Kraftwerk Elverlingsen zu tun

Altena - Eine seltenes Bild bietet derzeit die Lenne: Oberhalb des Wehres am Bootshaus des Altenaer Canu-Vereins bildet sich eine Eisschicht, der Obergraben ist in einigen Bereichen schon komplett zugefroren. Das gab’s seit Jahren nicht.

Der Eisgang auf der Lenne hat auch mit dem Kraftwerk in Elverlingsen zu tun: Dort wird Lennewasser zur Kühlung benutzt, das führt zu einem Anstieg der Wassertemperatur – aber längst nicht mehr in dem Maße, in dem das früher der Fall war, erklärte am Montag Enervie-Sprecher Andreas Köster. 

Nach seiner Darstellung hat das vor der Schließung stehende Kohlekraftwerk an der Stadtgrenze im Moment gut zu tun. Der Block E 4 sei in den vergangenen Wochen praktisch durchgelaufen, erklärte Köster. Mit ein Grund dafür seien Reparaturen an mehreren französischen Kernkraftwerken, durch die Frankreich in die ungewohnte Rolle des Stromimporteurs geraten sei. „Das schlägt dann natürlich auf den deutschen Markt durch“, erklärte Köster. 

Allerdings: Der Block E4 macht die Lenne nicht besonders warm. Sein Kühlkreislauf ist mehr oder weniger geschlossen. Maximal 130 Kubikmeter Kühlwasser pro Stunde dürfen in den Fluss zurückgeleitet werden, die Wassertemperatur steige in der Praxis um höchstens ein Grad, erklärte Köster. Das war früher, als der Block E3 noch lief, ganz anders. Damals floss ein Vielfaches der heute üblichen Menge in den Fluss zurück. 

Der Kraftwerksbetreiber hatte damals die Genehmigung, die Lenne um bis zu sechs Grad aufzuheizen. Das führte dazu, dass eine Eisbildung auf Altenaer Stadtgebiet nur sehr selten vorkam.

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