Konzept für die Innenstadt ist jetzt passé

Blick auf jenen Teil der Innenstadt, der zum Veranstaltungs- und Tagungszentrum entwickelt werden soll. Weil die alte Post und die reformierte Kirche nicht mehr zur Verfügung stehen, muss die Politik umdenken.

Altena - Er freue sich für die evangelische Gemeinde Altena, dass sie einen Käufer für die reformierte Kirche gefunden habe. Mit diesem Statement reagierte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein auf den Verkauf des Gotteshauses gegenüber der Burg Holtzbrinck, das seit fast zehn Jahren leer steht.

Für die Politik bedeutet das auch, dass sie umdenken muss. Das Stadtentwicklungskonzept hatte sich auch mit diesem Teil der Innenstadt beschäftigt und vorgeschlagen, dort eine Art Veranstaltungs- und Tagungszentrum unterzubringen. Jetzt bleibt der derzeit laufende Umbau der Burg Holtzbrinck die einzige Maßnahme dieses Pakets, die auch umgesetzt werden kann. Die Kirche bleibt Kirche, ein ebenfalls vorgesehener Umbau der Post zum Hotel scheitert daran, dass die Eigentümer des Gebäudes nicht mitziehen. Er habe aber Hoffnung, dass sich in Sachen Hotel demnächst etwas tun werde, sagte Hollstein gestern.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Überlegungen gegeben, die Kirche anders zu nutzen. Pfarrerin Merle Vokkert erinnerte am Montagabend an eine Untersuchung von Studierenden der Iserlohner Privatuniversität Bits. Sie prüften, ob und wie sich das Gebäude als Veranstaltungsstätte nutzen ließe und kamen auf Investitionskosten im mittleren sechsstelligen Bereich. Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes ist auch deshalb schwierig, weil sich ein barrierefreier Zugang, der heute für Veranstaltungsräume gefordert wird, nur mit großem Aufwand herstellen lässt.

Kirche und Stadt arbeiteten in Sachen reformierte Kirche Hand in Hand, ohne jedoch zu einer Lösung zu finden. Selbst eine Machbarkeitsstudie wurde gemeinsam in Auftrag gegeben, ohne dass es nennenswerte Fortschritte gab. Das war für die Kirchengemeinde vor allem deshalb problematisch, weil sie das Gebäude unterhalten musste, was mit nicht unerheblichen Kosten verbunden war. Deshalb erwog sie zuletzt sogar, ein sogenanntes Übergabebegehren auf den Weg zu bringen. Damit können Eigentümer von Denkmälern beantragen, dass die Stadt als Denkmalbehörde die geschützte Immobilie übernimmt, wenn den bisherigen Eigentümern deren Unterhaltung finanziell nicht zuzumuten ist.

Wie es jetzt weitergeht, müsse demnächst mit der Bezirksregierung besprochen werden, sagte Hollstein gestern. Für die Umnutzung der reformierten Kirche hatte die Stadt bereits Fördermittel beantragt. - ben.-

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