Kooperationszug ist noch nicht abgefahren

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Michael Kaufmann und Barbara Bieding halten die Kooperation Altena/Plettenberg weiterhin für sinnvoll. -

ALTENA - Das Plettenberger Krankenhaus sei weiter an einer engen Kooperation mit St. Vinzenz interessiert. Diese Einschätzung verkündeten die Plettenberger Geschäftsführer Barbara Bieding und Michael Kaufmann am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Das in den letzten Jahren von ihnen gemeinsam mit den Aufsichtsräten beider Häuser entwickelte Modell sei nach wie vor tragfähig und vernünftig, betonten die beiden.

Vordergründiger Anlass für ihre Einladung an die Presse waren scharfe Angriffe, die Hans Wehr gegen Bieding und Kaufmann gerichtet hatte. Sie hätten bewusst die auf die Insolvenz des St. Vinzenz-Krankenhauses zugesteuert und den Aufsichtsrat getäuscht, schrieb Wehr in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates. Gegen diesen Vorwurf werde er sich zu Wehr setzen, kündigte Kaufmann an. Seine Anwälte hätten den Auftrag, eine einstweilige Verfügung zu beantragen, die Wehr die Wiederholung dieser Behauptungen verbietet. Außerdem sollen sie Strafanzeige stellen.

Schlimm sei, das Wehr die Absurdität seiner Behauptung hätte erkennen können, sagte Kaufmann. In unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer Abberufung habe Bieding den neuen Aufsichtsratsmitgliedern einen detaillierten, schriftlichen Bericht über die wirtschaftliche Lage des Krankenhauses übergeben. Dem sei auch zu entnehmen gewesen, welche Maßnahmen in der Vergangenheit bereits ergriffen wurden und welche zukünftigen Schritte erforderlich seien. Kaufmann erinnerte auch daran, dass die geplante Kooperation von vielen Fachleuten auch auf kirchlicher Seite sehr positiv bewertet worden sei. Selbst Martin Stein, Geschäftsführer bei Stiftung der Cellitinnen, habe Gefallen daran gefunden, aber klar (und ohne Angaben von Gründen) erklärt: „Mit Kaufmann nicht“. Als der Wille zur Kooperation im Oktober 2009 noch einmal von beiden Seiten bekräftigt worden sei, hätten die Geschäftführungen beider Häuser einen entsprechenden Arbeitsauftrag erhalten – „von Altenaer Seite ist daraufhin nichts passiert“, berichtete Bieding.

Heinrich Walter Greuel, der neue starke Mann im Vinzenz-Aufsichtsrat, habe ihn noch nicht angerufen, verriet Kaufmann – wenn der Wattenscheider Chefarzt das tue, dann sei er „natürlich“ zu Gesprächen bereit. „Wir können sofort da weitermachen, wo wir vor neun Monaten aufgehört haben“, sagte Kaufmann nicht ohne Hinweis darauf, dass seit dem Wechsel von Geschäftsführung und Aufsichtsrat im September 2009 viel Zeit verloren worden sei. Bereits eingeleitete Kooperationen etwa im Bereich der Haustechnik oder der Pflegedienstleitung seien von der Altenaer Geschäftsführung wieder rückgängig gemacht worden, und zwar kommentarlos.

Die Kooperation mit Plettenberg ist für Greuel „Plan A“. Er habe die Unterlagen dazu gesehen, sagte er am Dienstagabend im Pfarrsaal St. Matthäus. Manches verstehe er noch nicht, manches übersteige auch seine Vorstellungskraft – auch deshalb werde er sich damit noch befassen. Allerdings müsse man auch akzeptieren, dass es manchmal „Verwerfungen gibt, die sich nicht mehr ausräumen lassen“. Für Kaufmann ist das kein Thema: Es sei Aufgabe einer jeden Krankenhausgeschäftsführung, nach Kooperationspartnern zu suchen – „da haben Animositäten hintenan zu stehen“.

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