Konzept und Zeitplan für Dichtigkeitsprüfungen

Sind Altenas Kanäle dicht? Das wird jetzt geprüft.

ALTENA - Dichtheitsprüfung – an dieser Kröte haben Hausbesitzer wie Kommunalverwaltungen gleichermaßen schwer zu schlucken. Die einen müssen es bezahlen (300 bis 500 Euro pro Einfamilienhaus), die anderen organisieren und überwachen.

Das sei mit dem vorhandenen Personal kaum möglich, warnte Marc Bunse am Dienstagabend in einer Sitzung des Werksausschusses: Im Abwasserwerk arbeite nur noch ein Ingenieur – der könne nicht zusätzlich zu seinen sonstigen Aufgaben einige tausend Videos von Kanaluntersuchungen begutachten und bei Sanierungsbedarf die betroffenen Hauseigentümer beraten.

Immerhin ist der zeitliche Druck inzwischen nicht mehr ganz so groß: Das Landeswassergesetz, das die Untersuchung der Hausanschlüsse zwingend vorschreibt, sah zunächst eine Frist bis 2015 vor. Nach massiven Protesten aus vielen Kommunen rudert das Umweltministerium inzwischen zurück: Die Kommunen dürfen nun selbst festlegen, nach welchem Zeitrahmen geprüft wird. Spätestens 2023 muss alles fertig sein.

Bunse empfiehlt, diese Frist voll auszuschöpfen. Damit der zusätzliche Arbeitsanfall bei den Gutachtern und im Abwasserwerk möglichst gleichmäßig verteilt wird, plädiert der Werksleiter für den Erlass einer Satzung, die festlegt, bis wann in welchem Stadtteil spätestens geprüft werden muss (siehe Kasten). Ein solches „Ranking“ verlangt auch der Gesetzgeber. Rund 450 Häuser pro Jahr fielen dann an. Weil die Diskussion auf Landesebene noch nicht abgeschlossen ist, sprach sich Bunse im Werksausschuss dafür aus, die Satzung erst Anfang nächsten Jahres zu verabschieden.

In ihr soll dann auch geregelt werden, was im Falle eines Schadens zu tun ist. Bunse rät, bei der Verabschiedung der Satzung den Empfehlungen des Gesetzgebers zu folgen. Danach soll bei schweren Schäden (Hausanschlussleitung schon eingebrochen oder hohe Gefährung der Standsicherheit) innerhalb von sechs Monaten saniert werden. „Mittelschwere Schäden“ wären innerhalb von fünf Jahren zu beheben und bei Bagatellschäden können sich die Hausbesitzer bis zu 20 Jahre Zeit lassen. Abzuwarten bleibt, ob die Politik diesen Vorschlägen folgt – im Betriebsausschuss regte sich jedenfalls bisher kein Widerspruch.

Und wer prüft? Dafür eigens zertifizierte Fachbetriebe, sagt das Gesetz. Die musste man bisher mit der Lupe suchen – jetzt gibt es mit Detlev Jahnke auch in Altena einen entsprechenden Gutachter.

Der Zeitplan des Abwasserwerkes:

2014: Wasserschutzzonen Evingsen, Dahle und Fuelbecker Talsperre

2015: Linscheid und Mühlendorf

2016: Bahnhofstraße, Nette

2017: Evingsen

2018: Dahle

2019: Knerling, Tiergarten, Brachtenbeck

2020: Breitenhagen, untere Rahmede, Werdohler Straße

2021:Rahmedestraße ab Wacholderbrücke

2022: Drescheider Berg, Großendrescheid, Rosmart, Altroggenrahmede, Nüggelnstück

2023: Pragpaul, Hünengraben, Nettenscheid

von Thomas Bender

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