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Kontrollen kosten Zeit und Personal: 3G im Job fordert Firmen heraus

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Von: Ines Engelmann, Carla Witt

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Coronatests am Arbeitsplatz
Coronatests müssen einige Arbeitnehmer im Job regelmäßig durchführen (Symbolbild). © Robert Michael/dpa

Heiß diskutiert wird derzeit die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Demnach sollen Arbeitgeber künftig prüfen, ob die Mitarbeiter geimpft, genesen oder getestet sind. Das stellt Firmen der Burgstadt vor Herausforderungen. Viele Fragen sind zudem noch offen.

Altena – Nicht nur Politiker diskutieren derzeit viel. Auch in der Bevölkerung sind die steigenden Corona-Zahlen und die bereits angekündigten Maßnahmen ein wichtiges Thema. Zu letzteren zählt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Über deren Umsetzung zerbricht man sich in Firmen die Köpfe.

Weil viele Fragen seitens der Regierung bislang nicht geklärt wurden, kann Philipp Verbnik, Sprecher bei VDM Metals mit Werken in Altena und Werdohl, auch noch nicht abschätzen, welche Auswirkungen eine solche Bestimmung haben könnte.

„Bisher dürfen wir den Impfstatus unserer Mitarbeiter ja weder erfassen noch auswerten“, stellt Philipp Verbnik fest. In dem Unternehmen wurde schon frühzeitig ein konzernweiter Pandemieplan erstellt. Es gibt eine Task-Force, die auf wichtige Entwicklungen reagiert und jeweils die Weichen neu stellt.

Die Lage sei sehr dynamisch, unterstreicht Philipp Verbnik. „Fast täglich kommen andere Diskussionen auf.“ Deshalb sei es kaum noch möglich, alle Eventualitäten durchzusprechen. „Natürlich werden wir sofort reagieren, wenn die 3G-Regel kommt“, unterstreicht der Konzernsprecher.

Dass die 3G-Regelung am Arbeitsplatz vor allem Arbeitgeber vor Herausforderungen stellen würde, da ist sich Britta Hölper, Geschäftsführerin von Möhling ganz sicher. „Bei einer konsequenten Durchführung müssten wir bei insgesamt drei Schichten an jedem der sieben Eingänge Personal stehen haben. Das bedeutet einen immensen Aufwand.“

Rund 85 Prozent der Belegschaft des Dahler Unternehmens sei zwar geimpft, das helfe aber nicht, die Kontrollen der übrigen 25 Prozent wesentlich zu vereinfachen.

Eine Trennung der Geimpften von den Ungeimpften hält Britta Hölper für keine Lösung. „Ich finde es schwierig, die Menschen zu trennen. Und wir wissen mittlerweile, dass uns die Impfung nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung schützt. Sie dient lediglich einem milderen Verlauf. Deshalb sollte eigentlich jeder getestet werden“, sagt Britta Hölper.

Hinzu kämen ungeklärte Fragen: „Es bleibt auch mal wieder vollkommen offen, wo und wie oft sich unsere Mitarbeiter dann testen lassen sollen. Wir werden mal wieder ziemlich alleine gelassen.“

Mancher leidet im Home-Office

Etwas besser kommt die Forderung der Home-Office-Pflicht bei den lokalen Unternehmen an. Britta Hölper: „Ich kann die Entscheidung gut nachvollziehen, auch wenn es bei uns Absprachen untereinander erschwert und uns die Tatsache, dass nicht alle Dokumente digital abrufbar sind, vor Herausforderungen stellen wird.“

Insgesamt könnte der 410 Mitarbeiter starke Hersteller von Verbindungselementen Möhling gerade mal 30 Mitarbeiter aus der Verwaltung ins Home-Office schicken – und auch das ist zunächst mal Theorie: „Es gibt auch Mitarbeiter, die leben so abgelegen, dass sie Zuhause keinen vernünftigen Internetanschluss bekommen und nicht von dort aus arbeiten könnten, selbst wenn sie wollten“, sagt Britta Hölper.

Kritisch sieht die Geschäftsführerin eine Homeoffice-Regelung vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass einige Mitarbeiter unter der letzten Home-Office-Pflicht gelitten hätten. „Für viele unserer Mitarbeiter war es sehr belastend, nicht mehr zur Arbeit kommen zu können. Ihnen fehlten oft wichtige soziale Kontakte.“

Nach wie vor bieten die Unternehmen VDM und Möhling den Mitarbeitern zwei kostenfreie Tests pro Woche an. „Die Testkits werden nach Hause geliefert und können dort durchgeführt werden“, so Philipp Verbnik. Da die Tests freiwillig seien, wisse man bei VDM aber nicht, ob sie auch tatsächlich genutzt würden.

Anders sieht das bei Möhling aus. Beim Hersteller von Verbindungselementen werden die Test auf dem Firmengelände durchgeführt, sodass dieser Arbeitgeber einigermaßen sicher sein kann, dass der Test auch wirklich Verwendung findet.

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