Beleidigungen im Netz

Kontrollen an Ostern nach Bedarf: Ordnungshüter zeigen Präsenz

Wenn die Ordnungshüter klingeln... Kontrollen wird es von Ulrike Anweiler (Mitte) und ihrem Team des Ordnungsamts im privaten Bereich an Ostern nur geben, sofern ein konkreter Verdacht auf einen Verstoß gegen die Corona-Regeln vorliegt.
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Wenn die Ordnungshüter klingeln... Kontrollen wird es von Ulrike Anweiler (Mitte) und ihrem Team des Ordnungsamts im privaten Bereich an Ostern nur geben, sofern ein konkreter Verdacht auf einen Verstoß gegen die Corona-Regeln vorliegt.

Die Ordnungshüter in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde bereiten sich auf Ostern vor. Schon zum zweiten Mal in Folge wird das christliche Hochfest coronabedingt ganz anders sein.

Altena/Nachrodt – 2020 hatte die Pandemie kurz vor dem Fest begonnen. Jetzt breiten sich Virusmutationen rasant aus. Wieder sind Einschränkungen notwendig – eigentlich sogar mehr denn je.

Altenas Bürgermeister Uwe Kober (CDU) appelliert an die Bürger: Um Ansteckungen zu vermeiden, bittet er sie um möglichst wenige Treffen über die Feiertage. „Rund 80 Prozent der Infektionen mit dem Coronavirus finden inzwischen im privaten Bereich statt“, unterstreicht Kober. Allein deshalb sollten Familienfeiern, wie sie unter normalen Bedingungen zu Ostern durchaus üblich sind, in diesem Jahr unterbleiben.

„Noch geht es bei uns in Altena halbwegs, aber das kann sich sehr schnell ändern“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in der Burgstadt derzeit bei 215,3. In Nachbarstädten wie Plettenberg (416,1) und Werdohl (351,1) sieht es dagegen deutlich schlechter aus.

Doch beim Appell des Bürgermeisters allein bleibt es nicht. Es wird an Ostern Kontrollen durch das Ordnungsamt geben. „Wenn gutes Wetter ist und alle draußen sind, werden wir mit Personal reagieren“, betont Uwe Kober. Es gebe eine Mitarbeiter-Reserve, die „nachalarmiert“ werden kann, „wenn es hart auf hart kommt“. Allerdings dürfe man sich darunter keine große „Taskforce“ vorstellen.

Kontrollschwerpunkte wurden für Ostern bislang nicht definiert. Vielmehr wolle man die Lage beobachten und je nach Bedarf Präsenz zeigen. Wie die Aufgabe personell zu bewältigen ist, das ist noch nicht endgültig geplant. „Im Ordnungsamt haben wir genau so wenig Personal wie sonst auch“, sagt die Chefin Ulrike Anweiler. Konkrete Planungen seien deshalb schwierig. Wie es mit Kontrollen im privaten Bereich weitergeht, dazu möchte Ulrike Anweiler keine Auskünfte geben. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen sollen auch private Treffen bei Kontrollen stärker in den Fokus rücken.

Erlaubt sind an den Feiertagen im Märkischen Kreis Treffen mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten im privaten Bereich, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. Gibt es Hinweise auf Verstöße gegen die Allgemeinverfügung des Kreises, dürfen Ordnungshüter auch in die private Wohnung. Dafür zeigt nicht jeder Verständnis. Es gab teils heftige Reaktionen. „Ich lasse meine Kollegen und mich nicht als Drittes-Reich-Schnüffler bezeichnen“, sagt Anweiler und zeigt sich entsetzt über einige Kommentare, die Nutzer im Internet zur Arbeit des Ordnungsamtes abgegeben haben.

Dabei tun die Ordnungshüter nur ihren Job. Wie immer. „Auch ohne Corona werden bei Ruhestörungen Polizei und Ordnungsamt hinzugerufen“, betont Kober. Das Vorgehen sei dasselbe, lediglich der Anlass ein anderer. Auch an Ostern werde man in Altena nach diesem Schema vorgehen. „Wir werden nicht von Tür zu Tür gehen und kontrollieren“, so der Bürgermeister.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Wetter an den Feiertagen. Sollte das schlecht sein, gehen Kober und Anweiler nicht davon aus, dass in der Stadt viel los sein wird. Kinderspielplätze und der Rundweg um die Fuelbecke-Talsperre werden daher nicht vorsorglich gesperrt.

Das ist in Nachrodt-Wiblingwerde genauso geregelt, berichtet Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. „Wir werden darauf achten, dass die Corona-Schutzverordnung eingehalten wird, und dass zum Beispiel keine Osterfeuer veranstaltet werden“, kündigt Putz für die Feiertage Kontrollen an. Die drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden dabei von fünf Mitarbeitern aus der Verwaltung unterstützt, die flexibel und je nach Bedarf eingesetzt werden können.

Putz setzt auf die Vernunft der Menschen: „Ich gehe davon aus, dass wir vernünftige Bürger haben, die sich auch weiterhin an die geltenden Vorgaben halten.“ Verantwortungsbewusstes Verhalten sei notwendig, weil „wir sonst wohl nie wieder zu einer Normalität zurückkehren werden“. Der Ordnungsamtsleiter hat Verständnis dafür, dass die Menschen sich nach Treffen mit Freunden und Familie sehnen: „Ich bin nicht nur Ordnungsamtsleiter, sondern auch Familienvater, Freund und Kumpel“, sagt Putz. Auch ihm fehlten private Kontakte. Aber jetzt zähle es, durchzuhalten.

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