Kontra Chorsterben mit dem BurgSänger-Projekt

+
Vertreter der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis übergaben den Förderscheck an die Organisatoren.

ALTENA - „Singen ist Leben“ – Dieses Lied aus der Feder von Karl-Heinz Weber-Müllenbach ist nur eines der Stücke, das aus sonoren Männerstimmen am Sonntag, 18. September, ertönt. Dann geben mehr als 250 Aktive aus allen vier Altenaer Männerchören und weitere gemischte märkische Chorgemeinschaften ab 11 Uhr ein kostenloses Konzert auf der Burg Altena. Motto: „Singende, klingende Burg.“

Mitten drin sind dann 50 Aktive, die sich eigens für diese Open-Air-Veranstaltung zum Projektchor Altenaer BurgSänger zusammen gefunden haben. „16 Proben liegen dann hinter uns“, sagt Thorsten Potthoff, Vorsitzender des Sängerkreises Lüdenscheid und auch als aktiver Sänger dabei. „Wir wollen an diesem Sonntag Werbung für die Chormusik machen und hoffen, dass wir viele Besucher auf der Burg begrüßen können.“

Potthoff und mehr noch die Chöre der Region, plagen akute Nachwuchsprobleme. Zwar gehören dem Sängerkreis 3500 Personen aktiv und passiv an, doch in Altena selbst gibt es vielleicht noch 50 in vier Vereinen organisierte singende Männer, wie Walter Bartz, Stadtverbandschef der Altenaer Männerchöre und sein Kollege vom Bezirk, Werner Griesel, herausgefunden haben. Tendenz weiter fallend. Mit diesem Potential jeweils eigene Konzerte zu geben, sei da weitestgehend nicht mehr möglich.

Potthoff sieht im Projektchor „das nötige Vitamin B, neu aufzubauen“. Und er dankt ausdrücklich Bartz und Griesel sowie Landrat Thomas Gemke für ihr Mittun sowie der Vereinigten Märkischen Sparkasse, die den Chorwerbetag auf der Burg mit 3200 Euro fördert.

„Der Sängerkreis will, dass hier in Altena zukünftig noch gesungen wird“, ist die Parole, die Potthoff dabei ausgibt. Singen sei keineswegs out und auch keine Sache für alte Männer. „Ich selbst bin jetzt 41 Jahre alt und singe aktiv seit 29 Jahren.“ So will der Sängerkreis versuchen, am Ort im nächsten Jahr in Zusammenarbeit mit den Schulen und Kirchen „vielleicht einen Kinderchor neu zu gründen“ und setzt auf die Fortführung des Projektchores. „Hier haben schließlich alle die, die mitmachen, auch ihr Vereinsdenken über Bord geworfen“, sagt Potthoff. „Ich verspüre eine positive Grundstimmung. Darauf sollten wir aufbauen.“

Dass Chöre durchaus noch eine Zukunft haben können, beweist ihm zum Beispiel der Frauenchor Evingsen. Dort habe es, so berichtete Walter Bartz, in den vergangenen drei Jahren „mehr als 16 Neuzugänge von jungen Frauen gegeben“ und fast monatlich kämen weitere hinzu.

Auch die Situation der Kirchenchöre beurteilen die Sängerfachleute „als nicht so schlecht. Da läuft es noch vielerorts.“ Dirigenten zu finden, die einen Chor vielleicht neu beleben und ihm auch wieder Schwung verleihen können, darin sieht Potthoff „das kleinste Problem.“ Ausdrücklich dankte er Rosel Neumann und Sofia Wawerla, die die BurgSänger führen. „Wir haben für den 18. September gutes Wetter bestellt. Die Location stimmt. Alle Chöre und die BurgSänger sind hoch motiviert. Jetzt müssen nur noch die Besucher kommen. Wir freuen uns riesig drauf.“

von Johannes Bonnekoh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare