Kufenflitzer richtig schick

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Konstantin Kühn aus Dahle hat auch das aktuelle Trikot der Iserlohn Roosters entworfen. ▪

ALTENA ▪ Konstantin Kühn aus Dahle lebt zurzeit in Dresden. Dort studiert der 26-Jährige „Law in context“ – das ist ein interdisziplinärer juristischer Studiengang. Ab Dezember schreibt der junge Mann an seiner Bachelor-Arbeit. In seiner Freizeit und den Semesterferien löst er sich allerdings deutlich von dieser „trockenen“ Materie: Dann entwirft Konstatin Kühn Eishockeytrikots – und das für gleich mehrere Mannschaften der DEL – der höchsten deutschen Spielklasse.

Begonnen hat das außergewöhnliche Hobby im Jahr 2004. „Ich habe mir das einfach selbst angeeignet“, sagt Kühn über seine kreative Freizeitgestaltung.

Grafikprogramme aus dem Internet halfen bei den ersten Entwürfen. Nach einigen gelungenen Versuchen klingelte irgendwann das Telefon. Der heimische Eishockey-Erstligist Iserlohn Roosters war auf die Entwürfe des Burgstädters aufmerksam geworden. „Das Sauerland ist halt klein“, freute sich der junge Mann über das Interesse der Iserlohner.

Mittlerweile entwirft der Dahler seit vielen Jahren die Trikots der Iserlohner Kufenflitzer. „Da ist von Beginn an schon sehr viel vorgegeben“, sagt Kühn zu seiner Arbeit, die er Zuhause oder während Praktika beim DEL-Club ausführt. „Im Schulterbereich kann ich zum Beispiel kaum etwas machen wegen der vielen Sponsorenlogos“, erklärt Kühn. Trotzdem tragen die Jerseys der letzten Jahre seine Handschrift. „Zurzeit werden die Trikots wieder klassischer“, ergänzt er seine Ausführungen. Inspirationen holt er sich dafür auf Fotos von NHL- oder EHL-Spielen aus vergangenen Spielzeiten im Internet. Seine Entwürfe scheinen aber zumeist den Geschmack von Spielern und Fans zu treffen. „Jedem Recht machen kann ich es aber nicht“, weiß der Dahler.

Einer Instanz muss es der Dahler allerdings immer Recht machen. „Bis Ende Mai eines Jahres müssen die Trikots bei der DEL vorliegen“, weiß Kühn. Das sei nicht immer so einfach, da sich häufig noch Änderungen durch neue Sponsoren ergäben.

Auch bei anderen Clubs aus Deutschland sind seine Entwürfe mittlerweile gefragt. Seit der vergangenen Saison trägt auch die Mannschaft des ERC Ingolstadt ein von Konstantin Kühn entworfenes Trikot.

Nach dem Gewinn von Fan-Wettbewerben trugen zuvor schon die Kölner Haie (2004/05) und die Krefeld Pinguine (Aufwärmtrikots) Trikots aus dem Sauerland.

Übrigens: Kühns Tun ist mehr Spaß an der Freud als Geldverdienen. Eben nicht viel mehr als ein liebenswertes Hobby sagt der junge Mann, der, so oft er kann, natürlich auch die Kufenflitzer im Original besucht. „Die Atmosphäre in der Eishalle ist einfach klasse, da geht es dann immer richtig ab“ – in Trikots „made in Dahle“. ▪ Von David Schröder

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