Komplizierter als erwartet

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Die Abbrucharbeiten kommen derzeit nur in kleinen Schritten voran. ▪

ALTENA ▪ „Zu den Mehrkosten sind noch keine Angaben möglich“ – das war der zentrale Satz, als Uwe Krischer am Donnerstag Auskunft über unerwartet aufgetretene Probleme beim Abbruch des Hinne-Baus gab. Von Thomas Bender

Dass der Abbruch nicht einfach wird, war von Anfang an klar – das ehemalige Möbelgeschäft hat eine gemeinsame Brandmauer mit dem ebenfalls viergeschossigen Nachbargebäude. Sie muss stehen bleiben und gesichert werden. Ursprünglich war vorgesehen, das mit Hilfe von Eisenklammern zu tun – jetzt hat sich diese Lösung zerschlagen.

Bei der Planung habe man auf die im Bauamt vorhandenen Pläne zurückgegriffen und zudem an einigen Stellen „Probeöffnungen“ in das Mauerwerk geschlagen, berichtete Krischer gestern – „da sah das auch alles gut aus“. Im Zuge des Abbruchs habe sich dann aber herausgestellt, dass an anderen Stellen Träger nicht da waren, wo sie laut Bauzeichnung eigentlich sein sollten. Folge: Die Klammern können dort auch nicht befestigt werden.

Es musste also eine neue Lösung her, nach der in der vergangenen Woche mit Hilfe eines Statikers gesucht wurde. Geplant ist jetzt, lange Eisenträger vor die Wand zu stellen und die mit anderen, diagonal verlaufenden Trägern in Richtung der kleinen Gasse vor dem ehemaligen Übergangswohnheim abzustützen. Dieses Korsett muss vor dem Abbruch gebaut werden und soll so dimensioniert sein, dass der Eingang zum Stollen trotzdem noch mit schwerem Gerät angefahren werden kann. Krischer geht davon aus, dass vor Weihnachten keine großartigen Abbrucharbeiten mehr möglich sind. Mit dem Besitzer des Nachbargebäudes sei die jetzt vorgesehene Maßnahme abgesprochen, sagte Krischer gestern.

Die Zeit drängt jetzt, weil Mitte Januar mit den ersten Vorarbeiten im Stollen begonnen werden soll. Roland Balkenhol bestätigte gestern, dass der Planungsauftrag für den Burgaufzug vergeben worden ist. Zum Zuge kam eine aus sechs Firmen bestehende Arbeitsgemeinschaft, die jetzt zunächst Probebohrungen vornehmen lassen wird. Geplant ist, vom oberen Burghof aus 85 Meter nach unten zu bohren, um Aufschluss über die Beschaffenheit des Gesteins zu bekommen. Eine zweite Probebohrung läuft horizontal vom jetzige Ende des Stollens bis zu jenem Punkt, an dem später der Aufzugsschacht beginnen wird.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Stadtverwaltung Probleme mit Haus Hinne bekommt. Sie erwarb das Haus in den 1980er-Jahren aus einer Zwangsversteigerung, ohne es je genau unter die Lupe genommen zu haben. Bei der ersten Begehung stellte sich heraus, dass es stark von Hausschwamm befallen war. Es folgten teure Sanierungsmaßnahmen und der Abbruch der Bebauung im Hinterhof.

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