Kommunen helfen sich gegenseitig

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ntensiv im Gespräch: Dr. Wolfgang Domian (Bürgermeister aus Leoben, Österreich), Stefan Kemper (Stadtkämmerer), Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Oberministerialrat Dr. Michael Henze aus dem Wirtschaftsministerium NRW. (v.l.)J

ALTENA ▪ Industriebrachen, Leerstände in den Innenstädten, stetig sinkende Einwohnerzahlen und eine immer älter werdende Bevölkerung. Dieser „Teufelskreis“ ist nicht altena-spezifisch, er eint und drückt viele Kommunen in Europa. Ein knappes Dutzend von ihnen trifft sich seit einigen Monaten im Rahmen des Projektes Op-act in Trägerschaft der Europäischen Union, EU, zum Austausch.

Am Mittwoch begrüßte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein mehr als 20 Vertreter der Städte Leoben (Österreich), Notodden (Norwegen), Nagykallo (Ungarn), Medias (Rumänien), Dabrowa Gornicza (Polen), Legazpi (Spanien), Rezekne (Lettland) und Eberswalde (bei Berlin.) Angemeldete Vertreter aus Ancona (Italien) hatten sich kurzfristig abgemeldet.

Op-act, so erklärt Professor Dr. Hanns-Uve Schwedler von der das Projekt begleitenden Europäischen Akademie für städtische Umwelt, Berlin, stehe für „Options of actions“, übersetzt etwa: Finden neuer Handlungsmöglichkeiten zur Neupositionierung und strategischen Ausrichtung kleiner und mittlerer Städte. Die beteiligten Kommunen differierten in ihrer Einwohnerzahl zwischen 9000 bis etwa 130 000 Einwohner, sagt der Hochschullehrer.

Bei den bisherigen Treffen, an denen aus Altena neben dem Bürgermeister schon mal Stadtplaner Roland Balkenohl, Wirtschaftsförderer Uwe Krischer, Kämmerer Stefan Kemper, Tourismusfachkraft Simone Schmidtke oder Corina Turner vom Stadtmarketing-Verein teilnahmen, habe es stets die eine oder andere Anregung gegeben, die an der Lenne Frucht tragen könne.

Mit Dr. Michael Henze aus dem Wirtschaftsministerium hatte Hollstein am Mittwoch einen Spitzenbeamten der Kraft-Regierung mit am Tisch. Das zahlte sich bereits für die Burgstadt aus. Die angedachten Strukturänderungen, die durch die EU wissenschaftlich begleitet und aufgearbeitet werden, brachten der Stadt bisher etwas mehr als 400 000 Euro an Fördermitteln ein. Geld, das in die fünf Standbeine 1. Stadtplanung, 2. Entwicklung ökonomischer Fragen und Demografie, 3. Soziale Fragen (Schwerpunkt Integration, Zuwanderung), 4. städtebauliche Fragen (vom Umgang mit Brachflächen), Verlagerung von Industrie und Renaturierung entsprechender Gebiete über 5. das „Aufpolieren ungeschliffener Diamanten“ geht. In Altena sei das ohne Zweifel die Burg, so Professor Hanns-Uve Schwedler. „Da sehe ich noch gewaltiges Potential.“ Das hörten die Altenaer gern – sie erhoffen sich bekanntlich gerade vom Projekt Burgaufzug und Krämerdorf ein neues Aufblühen der Innenstadt. Die Op-act-Tagung endet am Freitag. ▪ job

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