Kommunalwahl 2020

Wie soll die Innenstadt belebt werden? Die Parteien in Altena antworten

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Nichts los, viele Leerstände: Wie die Parteien die Innenstadt wieder beleben wollen, haben sie uns im Vorfeld der Kommunalwahl in Altena beanwortet.

Innenstadt, Lennepark, Stadtentwicklung: Wie stehen die Parteien und Gruppierungen zu den Themen, die in Altena bewegen? Sie stehen Rede und Antwort.

Vier Fragen stellen wir den für den Altenaer Stadtrat kandidierenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft SDA. 

Das erste Thema: Der Burgaufzug hat zwar zur Ansiedlung des einen oder anderen Geschäfts geführt, gleichzeitig haben aber andere geschlossen. Worauf führen Sie es zurück, dass die erhoffte Belebung in der Innenstadt ausgeblieben ist? Welche Ideen haben Sie, um ihr wieder mehr Leben einzuhauchen? Die Antworten im Überblick:

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der CDU

"Wir wollen zwei Probleme anpacken: Leerstand von Geschäften und Wohnungen in der Innenstadt sowie in den Ortsteilen. Hier wollen wir keine Bevor- und Benachteiligungen. Auf die ganze Stadt kommt es an. Wir werden junge Familien in alte Häuser bringen und überregional vermarkten. 

Die Stadt soll eine Kommunikationsplattform bieten, auf der Angebot und Nachfrage mit Unterstützung der Immobilienprofis vor Ort zusammenkommen können. Altena soll dadurch für junge Familien von außerhalb attraktiv und gleichzeitig dem Wohnungsleerstand begegnet werden. 

Der Vorteil ist einerseits die Vermittlung alter Häuser in junge Hände und andererseits die Vermeidung von Neubaugebieten und Versiegelung der Landschaft. 

Für die Innenstadt müssen wir weiter kreativ sein und unter Beteiligung von Eigentümern, Geschäftsleuten und Interessierten aus Tourismus, Kultur und Wohnungswirtschaft gemeinsam Ideen sammeln. Der Online-Handel gehört sicherlich dazu. 

Unbürokratisch Platz schaffen

Die CDU wird ortsansässige Onlinehändler motivieren, zusätzlich zu einem Lager auch ein Geschäft zu eröffnen und damit die Innenstadt zu beleben. Es wird – gemeinsam mit den Händlern und dem Stadtmarketing – ein Motto der Innenstadt entwickelt; kombiniert mit Gastronomie und Events. 

Wenn dann Bedarfe für Umnutzungen entstehen, sollen Änderungen in Büro- oder Wohnraum unbürokratisch genehmigt werden. Flexibilität und Orientierung am Bedarf ist das Prinzip. Beide Maßnahmen bekämpfen Leerstand in Altena und schaffen zusätzliche Kaufkraft."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der SPD

"Da geht es Altena leider wie allen vergleichbaren Kommunen. Die stetige Verödung der Innenstädte macht auch hier nicht Halt. 

Auch der fehlende Nahversorger im Stapelcenter macht sich bemerkbar. Besonders nachteilig in Altena ist zudem die lang gestreckte Innenstadt, die länger als die Hauptgeschäftsstraßen in Iserlohn oder in Lüdenscheid ist. Aus dieser Sicht ist es schon als Erfolg zu bezeichnen, dass neue Geschäfte angesiedelt wurden. 

Tourismus fokussieren

Eine Belebung der Innenstadt mit einem dauerhaften stationären Einzelhandel ist äußerst unwahrscheinlich. Der Online-Handel wurde durch die Corona-Krise noch mal beschleunigt. 

Es gilt daher neue Wege zu gehen und ein Konzept für die Innenstadt zu finden mit dem Ziel der Wiederbelebung und sei es, in touristischer Form. 

Stapelcenter und Post im Blick

Ziel muss es sein, die vorhandenen tradierten Geschäfte und die Gastronomie zu stützen, aber auch für die Leerstände neue Nutzungsmöglichkeiten zu finden, insbesondere für das Stapelcenter und das alte Postgebäude.

Hier sollte die Unterstützung von Hochschulen gesucht werden, die sich auf diesen Themenbereich spezialisiert haben. Auch der angestoßene Weg der Verwaltung mit dem „Summer of Pioneers“ wird von uns unterstützt."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der Grünen

"Bei uns ist die Innenstadt sehr lang gezogen, und es fehlt seit der Schließung von Toom eine umfassende Lebensmittelversorgung. Die Drogerie schließt eine Lücke und hat auch Lebensmittel in ihr Programm aufgenommen. 

Wir wollen die Immobilienbesitzer in der Innenstadt unterstützen, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, auch bei den Mietpreisen. Für alle Gründerinnen und Gründer könnte eine mietfreie Anlaufphase für ihr Geschäft ein wichtiger Baustein dafür sein, mit einem neuen Angebot Fuß zu fassen. 

Burgtaler bewerben

Absehbare Geschäftsaufgaben wollen wir intensiver durch die Wirtschaftsförderung der Stadt begleiten, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, Nachfolgelösungen zu finden. 

Für eine Belebung des Einzelhandels wollen wir alle Beteiligten an einen Tisch holen und ein gemeinsames Konzept entwickeln. Auch der Burgtaler muss intensiver beworben und genutzt werden. Den Gesprächsfaden zu den Eigentümern des Stapelcenters wollen wir intensivieren. 

Bürger selbst gefragt

Für die weitere Entwicklung der Innenstadt ist es mit entscheidend, wie es dort weitergeht. Aber auch wir haben es als Kunden mit in der Hand: Nur wenn wir in Altena einkaufen, was hier angeboten wird, stärken wir den lokalen Handel. 

Eine Online-Plattform, auf der unser Einzelhandel Angebote macht, kann das Angebot abrunden. Bereits heute sind spürbar mehr Touristen in der Stadt unterwegs. Ihre Zahl wird durch den Ausbau des Lenneradwegs noch steigen. Dann sollte es gelingen, auch neue Anbieter anzulocken, die unsere Innenstadt bereichern."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der Linken

"Einzelmaßnahmen sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Es gab viele gute Ansätze in der Vergangenheit, aber es fehlt ein stimmiger und ganzheitlicher Ansatz, um die Innenstadt für alle BürgerInnen nachhaltig attraktiver zu machen und auch BesucherInnen von außerhalb nach Altena zu holen. 

Dafür ist eine hauptamtliche Stelle mit einem Umfang von 100 Prozent in der Verwaltung notwendig, die sich um diese Aufgabe gewissenhaft und ernsthaft kümmern kann. Außerdem müssen die Parteien im Rat zusammenarbeiten und offen für neue Ideen und Kritik sein. 

Offensives Marketing nötig

Ein offensives Stadtmarketing kann neue Geschäfte nach Altena locken, welche die junge Generation besser ansprechen: Wir brauchen ein Zentrum mit attraktiven Geschäften. Das neue Butzelhaus in der Altenaer Innenstadt ist ein solcher Anfang. 

Durch Sport- und Spielgeräte für Kinder und Jugendliche (Stichwort: „eine bespielbare Innenstadt“) würde die Innenstadt außerdem für die gesamte Familie attraktiver werden. 

Und wo Familien sind, da ist auch was los: Die Stadt würde nicht nur wieder mit Leben gefüllt, sondern auch zum Mittelpunkt von Aktivitäten werden. 

Beachpartys und Burg-Rock

Außerdem sollte es einmal im Monat (jeden ersten Samstag) einen abwechslungsreichen Mottomarkt geben – ein solches regelmäßiges Event kann auch für Personen außerhalb von Altena attraktiv sein. 

Beach-Partys und eine Wiederbelebung des Burg-Rocks sind ebenfalls Möglichkeiten, Leben in die Stadt zurückzuholen, die Gastronomie vor Ort zu stärken und Altena nach außen hin bekannter zu machen."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der SDA

"Wir sehen zu wenig Erfahrung und finanzielles Durchhaltevermögen bei den Unternehmer*innen und wünschen uns hier mehr langfristige Unterstützung durch die städtische Wirtschaftsförderung in Theorie (Geschäfts- und Buchführung) und Praxis (finanziell). 

Darüber hinaus sollten die Mieten den Gegebenheiten angepasst werden. Und auch bei diesen Gesprächen könnte die Wirtschaftsförderung unterstützen. Projekte sollten sich nach den Bedürfnissen sowohl der Altenaer Einwohner als auch der Tourist*innen, deren Zahl hoffentlich noch zunimmt, richten. 

Märkte und Events anbieten

Noch einen Altwaren-Laden braucht kein Mensch. Chancen sehen wir in kindergerechter Erlebnisgastronomie, einem nostalgisch anmutenden „Tante Emma-Laden“ für den täglichen Bedarf (gerne bio und und regional), speziellen regelmäßig wiederkehrenden Markt-Events wie Kunsthandwerker- oder Bauernmärkte, sowie inhabergeführte Geschäfte. 

Einheitliche und durchgehende Ladenöffnungszeiten wären wünschenswert. Von der klassischen Einkaufsstraße müssen wir uns aber aufgrund des geänderten Kaufverhaltens aus unserer Sicht wohl verabschieden, denn „wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ 

Mehr Licht in der Stadt

Die Umwandlung leerer Ladenlokale in attraktive, barrierefreie Wohnungen und Büroräume wäre eine aus unserer Sicht mögliche Lösung für die leeren Ladenlokale. 

Dürfen wir träumen? Dann träumen wir auch von Durchbrüchen, um mehr Licht in die Stadt zu lassen, Einblicke von außen zu gewähren und unseren Fluss mit einzubeziehen."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der FDP

"Zunächst einmal muss man festhalten, dass der Burgaufzug trotz aller Zweifel und Kritik ein Erfolg ist. Die Innenstadt in Altena hat diverse Probleme, das erste ist die Länge. 

Mittel- und Oberzentren haben genau die gleichen Probleme wie Altena, auch wenn es in Altena noch weitere gibt; schaut man nach Lüdenscheid oder Iserlohn, sieht man auch da einen Wandel und ein Absterben der Innenstadt. 

Auf Touristen setzen

Mobilität und Internet fordern hier ihren Tribut. Dennoch können sich kleine, aber feine Geschäfte gut halten, wenn sie ein spezielles Warenangebot und einen speziellen Service bieten, auch hier in Altena. 

Insbesondere daher ist der Weg, hier auf Tourismus zu setzen, der Richtige. Wir müssen uns nun darauf konzentrieren, die Neugestaltung der Geschäftswelt durch städtisches Planen in die im Entwicklungsplan vorgezeigten Regionen zu steuern. 

Kunden von außerhalb wichtig

Die Idee war und ist, den Einzelhandel zu bündeln, damit der potenzielle Kunde nicht so weit laufen muss. Für den Tourismus denken wir in Altena nicht weit genug, die Stellplätze für Wohnmobile sind nicht ausreichend. 

Da es nicht wahrscheinlich ist, dass die Innenstadt durch die Kunden aus Altena wieder voll wird, müssen wir versuchen, Kunden von außerhalb zu bekommen – Tourismus! 

Ob es für die Altenaer Geschäfte sinnvoll ist, sich in einem gemeinsamen Webauftritt und Internethandel zusammen zu schließen wie in anderen Kommunen, das müssen die Betreiber der einzelnen Läden miteinander besprechen, da gibt es aber kompetente Vereinigungen."

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