Kommunalwahl 2020

Lennepark und Schwarzenstein: Was soll passieren? Parteien in Altena antworten

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Zur Zukunft der Schwarzenstein-Brache beziehen die Parteien in Altena vor der Kommunalwahl Stellung.

Innenstadt, Lennepark, Stadtentwicklung: Wie stehen die Parteien und Gruppierungen zu den Themen, die Altena bewegen? Sie stehen Rede und Antwort.

Altena - Vier Fragen stellen wir den für den Altenaer Stadtrat kandidierenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft SDA. Das zweite Thema lautet: der Lennepark – das ist bisher eine unvollendete Brücke und die Idee eines Park-and-Ride-Parkplatzes, für den noch nicht einmal die Zufahrt geklärt ist. Was schwebt Ihnen für diesen Bereich vor? Und was soll auf der Schwarzenstein-Brache passieren?

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der CDU

"Ja, der Lennepark ist eine Herausforderung; der Schwarzenstein allerdings auch. In beiden Bereichen werden wir in der kommenden Wahlperiode vorankommen.

Für alle, die die Bauarbeiten an der Brücke beobachtet haben, scheint es eine unendliche Geschichte zu sein. Die Fertigstellung der Brücke ist in Sicht, und in den letzten Wochen sind die Arbeiten an der Uferpromenade weitergegangen. 

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir klugerweise einen Festpreis für die Erstellung der Brücke vereinbart hatten und deshalb die Einhaltung unseres Budgets vor die Festsetzung eines Fertigstellungstermins gesetzt haben. 

Monokulturen vermeiden

Das war eine Prioritätensetzung, zu der wir auch stehen. Altena hat etwas mehr Zeit als Geld. Das Konzept für den Lennepark ist fertig, jetzt kommt die Umsetzung. 

Die notwendigen Grundstücke sind im Eigentum der Stadt, und jetzt warten wir auf die vertragsgemäße Übergabe des Geländes. Allerdings gibt es da noch eine bald endende Nutzung, die wir aber abwarten müssen. 

Für den Schwarzenstein wird ein öffentlicher Ideenwettbewerb stattfinden. Die Vorschläge aus Altena und von unseren Bürgern wollen wir sammeln, öffentlich diskutieren und dann entscheiden. 

Tiny-Houses als neue Wohnform

Monokulturen wollen wir allerdings nicht – also nur Wohnen, nur Gewerbe, nur Dienstleistungen. Auf die Mischung kommen es an: Denkbar wäre dort Hotel, Gastronomie, (Wasser-)Sport, kombiniert mit Büro und Loft-Wohnen. 

Neue Wohnformen wollen wir fördern: Individuelles Wohnen in Tiny-Houses (Mini- oder Mikrohäuser) werden wir ermöglichen und damit mehr Freiheit für selbstbestimmtes Wohnen geben."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der SPD

"Der Lennepark ist sicherlich einer der Bausteine, der zur Belebung der Innenstadt beitragen kann. Wie in den bestehenden Konzepten vorgesehen, sehen wir im Lennepark einen Ort der Begegnung und des Zeitvertreibs für Jung und Alt. 

Neben Spazierwegen, Bänken und Liegewiesen mit direktem Zugang zur Lenne können wir uns hier gut einen Skaterpark und Bocciabahnen vorstellen. Auch Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos – optimalerweise durch Solarenergie unterstützt – sollten vorgesehen werden. 

Erholung und Tourismus

Für die Schwarzenstein-Brache wurden im Rat schon interessante Konzepte vorgestellt. Hier unterstützen wir ein Mischkonzept aus touristischer Nutzung (Wohnmobilstellplätze) und Erholung und Freizeitgestaltung (Spielmöglichkeiten an der Lenne, Startpunkt für Bike-Touren).

Interessant wäre auch die Option Büros mit Wohnräumen auf Zeit zur Miete anzubieten. So könnte das Homeoffice gerade in Corona-Zeiten ins Grüne verlegt werden. Sicherlich eine interessante Abwechslung für Großstädter."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der Grünen

"Die Schwierigkeiten mit der neuen Brücke sind natürlich ärgerlich. Sie ist für die Innenstadt wichtig, da sie den Anschluss an den Lennepark herstellt und die Möglichkeit bietet, an der Lenne einen Rundweg zu gehen. Das wird auch die Lenne-Terrassen stärken. 

Für Kinder und Jugendliche haben wir zu wenige Spielflächen. Das wollen wir auch dadurch ändern, dass wir im Lennepark auch für Kleinere attraktive Spielflächen vorsehen und sie bei der Planung beteiligen. 

Sport und Spiel im Lennepark

Überhaupt soll der Lennepark ein Ort der Begegnung und des Verweilens werden. Ein Boule-Spielfeld, ein Volleyball-Netz und viele andere Ideen sind möglich. 

Baustart für den Lennepark: Was sie sich dort vorstellen, erörtern die Parteien in Altena im Vorfeld der Kommunalwahl

Bei Parkmöglichkeiten für Pendler werden wir die Radfahrer nicht vergessen. Auch sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder brauchen wir dringend. 

Durch den Erwerb der Flächen am Schwarzenstein haben wir die einmalige Möglichkeit, auch dort das Tor zur Stadt neu zu gestalten und aus der Verbindung von Wasser, Wald und Radweg eine attraktive Naherholungsfläche zu schaffen, die für Touristen und Einheimische attraktiv ist. 

Strand an der Lenne

Weitere Wohnmobilstellplätze können wir uns dort ebenso vorstellen wie „shared spaces“ zum Arbeiten oder Wohnen. Mit zunehmendem Radverkehr könnte sich auch ein Café an der Lenne ebenso lohnen wie Wassersportangebote. 

Auch einen echten Lennestrand aus Sand wollen wir realisieren. Damit wir die Gestaltung dieser Fläche in Angriff nehmen können, brauchen wir auch Fördermittel. Mit unseren Netzwerken werden wir dabei helfen, sie zu akquirieren."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der Linken

"Die Linke strebt das folgende Ziel an: Altena soll eine lebendigere, sozialere und bewegtere Stadt werden. 

Entsprechend möchten wir, dass am Lennepark ein Bolzplatz und Basketballkörbe für Jugendliche geschaffen werden. Jugendliche brauchen Bewegung, und Sport trainiert nicht nur den Körper, sondern ist auch eine effektive Möglichkeit, um Menschen unterschiedlicher Herkunft und Ansichten zusammenzubringen. 

Wasserspielplatz schaffen

Sport fördert Toleranz sowie Teamgeist und somit Grundelemente unserer demokratischen Gesellschaft. Ein Wasserspielplatz für Kinder wäre an der Lenne relativ leicht zu realisieren, und mehr Grillplätze würden die Stadt beleben. 

Eine Solargartenbank mit der Möglichkeit zur Aufladung von Mobiltelefonen und Laptops würde ein Projekt darstellen, das auf erneuerbare Energien setzt und gleichzeitig dem aktuellen Lebensstil von Menschen (insbesondere Jugendlichen) Rechnung trägt. 

Wellnessoase an der Lenne

Die Schwarzenstein-Brache kann als ein Hort von Potenzialen angesehen werden. Wir müssen kreativ denken. Eine Wellness- und Entspannungsoase mit Spielplatz und Liegeflächen wäre eine denkbare Option und muss ernsthaft im Rat diskutiert werden. 

Außerdem würde ein Skatepark mit Rampen dafür sorgen, dass Jugendliche nach Altena kommen. So könnten Jugendliche Altena auch als möglichen Lebens- und Ausbildungsort kennenlernen: Denn wer früh mit einer Stadt in Kontakt kommt, der zieht auch eher in Erwägung, später mal in dieser Stadt leben und arbeiten zu wollen."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der SDA

"Das Projekt Lennepark begrüßen wir sehr. Allein die Dauer der Bauausführung ist zu beanstanden. Ein Park&Ride-Platz sollte natürlich nicht zu weit vom Bahnhof entfernt sein.

Auch wünschen wir uns auf jeden Fall eine Fahrradgarage oder Fahrradboxen, eventuell sogar mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. Einige Attraktionen im Bereich des Lenneparks sind schon geplant, aber bedingt durch die lange Umsetzungsperiode bestimmt noch anpassbar.

Bürger beteiligen 

Um dauerhaft attraktiv zu werden und zu bleiben, braucht es im innerstädtischen Bereich gepflegte Garten- und Parkanlagen. Eine Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen hieran ist denkbar. 

Obstbäume, Kräuterbeete, ein historischer Garten nach dem Vorbild unserer Großeltern (hier sei an die Salatbrücke erinnert) und vielleicht ein Kindergarten, im wahrsten Sinne des Wortes: Das alles ist nicht schwer zu bewerkstelligen. 

Wohnmobil-Stellplätze schaffen

Auch die Beteiligung der Bürger an der Planung der Schwarzensteinbrache sehen wir positiv. Bedenkt man, wie beliebt die doch recht unattraktiven Stellplätze an der Sauerlandhalle sind, so kann man sich leicht ausmalen, wie begehrt attraktive Stellplätze für Wohnmobile hier wären.

Eine kleine Tiny-Home-Siedlung, vielleicht ein Tiny-Home-Hotel, wären hier sehr idyllisch, ebenso ein Baumhaus-Hotel. Neben der Burg sind doch die Wälder und der Fluss unsere Hauptattraktionen. Preiswert zu bewerkstelligen und sehr naturerlebnisorientiert ist auch ein Sleeperoo-Würfel. Den würden doch sogar Einheimische nutzen."

Kommunalwahl in Altena: Die Antwort der FDP

"Die Brachen müssen in der kommenden Legislaturperiode auf einen guten Weg gebracht werden. Wenn man da keine Industrie vermitteln kann, könnte man über eine Entwicklung zum Baugebiet nachdenken, die Lage am Schwarzenstein ist gar nicht schlecht. 

Park and Ride am Bahnhof ist sehr sinnvoll, gerade wenn man die Nutzung des ÖPNV fördern möchte. Hier muss der neue Rat ran. Der Lennepark wurde angefangen, wird aber in seiner Ausprägung und Gestaltung erst vom neuen Rat ausgestaltet werden können, das ist ja auch eine Frage, ob der neue Bürgermeister die entsprechenden Töpfe für Förderungen findet. 

Brücke als Magnet für Jugend

Im Lennepark sollte auch etwas für die „Jungen“ dabei sein, und mit der Brücke könnte er Magnet sein – insbesondere, wenn man den Tourismus stärken will. In allen Feldern müssen die Ideen der Bürger aufgenommen werden. 

Neben der Idee, dass man Altena als „alte Stadt“ verkauft, wie beim Mittelaltermarkt, brauchen wir auch Ideen für die Gegenwart, Altena muss auch eine „junge Stadt“ sein. Auch hier ist der Tourismus als ein neues Standbein für die Altenaer Wirtschaft zu nennen. 

Altenas Schönheit entdecken

Gerade junge Menschen mit Familien fahren gerne mit dem Rad – auch wenn die sogenannten „Bestager“ auch angepeilt werden müssen. 

Hier bietet der Lennepark neben den Lenneterrassen, die dann hoffentlich mittels der Fußgängerbrücke miteinander verbunden sind, eine weitere Perspektive, Menschen anzulocken, damit sie die Schönheit(en) Altenas kennenlernen können. Wem es gefällt, der kommt wieder, wer wiederkommt, lässt Geld hier."

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