Kommunalwahl: Grüne schließen eigenen Bürgermeister-Kandidaten nicht aus

+

Altena – Die Grünen hoffen, vom Erfolg der Bundespartei zu profitieren. Sie wollen bei der Kommunalwahl mehr Mandate holen - und vielleicht sogar den neuen Bürgermeister stellen.

Ob die Partei Bündnis 90/Die Grünen in Altena zur kommenden Kommunalwahl 2020 einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufstellt, ist noch nicht entschieden. Ganz ausschließen will Oliver Held, Fraktionssprecher im Rat, „das aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht“. 

Grünen-Fraktionsvorsitzender Oliver Held

Man werde sich parteiintern mit diesem Thema „spätestens Anfang des kommenden Jahres intensiv auseinandersetzen“, fügt er vielsagend an. Und ergänzt gleich mit breiter Brust: „Dann wird auch über das Personal für die kommende Ratsperiode gesprochen.“ 

Probleme, Frauen oder Männer zu finden, die sich für Grüne Politik als Mandatsträger bewerben, habe man nicht. So viel lässt Held durchblicken. Allerdings bewegt ihn und seinen Vorstand schon, „dass das alles sehr gut überlegt werden will“. 

Amt "mit viel Arbeit verbunden"

Held geht nach dem momentanen Höhenflug seiner Partei auf Europa-, Bundes- und Landesebene nämlich davon aus, „vielleicht noch vier zusätzliche Ratsmandate zu erhalten. Und so etwas ist ja auch mit viel Arbeit verbunden, wenn man es richtig macht.“ 

Held spielt das Thema Bürgermeister-Kandidatur ein bisschen herunter und erinnert an Zeiten, als es neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister auch den Manager der Verwaltung, nämlich einen Stadtdirektor, gab. 

Man müsse sich doch ernsthaft fragen, wer heute bereit und willens sei, so ein Amt „sieben Tage die Woche“ auszuführen. Von einem Bürgermeister werde schließlich nicht nur das professionelle Leiten und Führen einer Verwaltung, sondern vielmehr auch das Repräsentieren auf vielen Feldern verlangt. 

Held: Man kann schnell anecken

Und wer ehrlich zu sich selber sei, wisse schon, dass man als Amtsinhaber schon sehr genau abwägen müsse, wo man hingehe und wo aus Zeitgründen oder persönlichen Befindlichkeiten einmal nicht. 

Das werde in ländlichen und überschaubaren Kommunen wie Altena nun einmal sehr genau verfolgt, und da könne man schon sehr schnell anecken. Held und seine Partei haben bei aller Diskussion um eine Kandidatin oder einen Kandidaten auch das Umfeld von Altena im Blick. Auch dort bewege sich zurzeit eine Menge, stünden die Kollegen aus anderen Räten und natürlich die eigene Partei vor ähnlichen Problemen und Entscheidungen. 

Ob der Verzicht auf eine erneute Kandidatur von Amtsinhaber Dr. Andreas Hollstein grüne Fantasien beflügelt? Held lässt das offen. Bürgermeisterwahlen sind – siehe Wilfried Kretschmann in Baden-Württemberg – immer auch Personenwahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare