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Kommt Roboter-Hund „Herbie“ nach Altena? Polizei sucht Ursache für Schwarzenstein-Großbrand

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Von: Maximilian Birke

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Beschlagnahmt hat die Polizei den Brandort: Die Ermittler sollen die Ursache für das Feuer herausfinden.
Beschlagnahmt hat die Polizei den Brandort: Die Ermittler sollen die Ursache für das Feuer herausfinden. © Bender, Thomas

Was hat den Großbrand in der Industriebrache Schwarzenstein ausgelöst? Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen - und könnte dabei Hilfe von einem Roboter-Hund bekommen, denn Teile des Gebäudekomplexes sind stark einsturzgefährdet.

Aufflammende Glutnester haben auch am Montag für einen längeren Einsatz der Feuerwehr an der Industriebrache Schwarzenstein an der B 236 gesorgt. Dort war am Samstag gegen 20.30 Uhr ein Brand ausgebrochen, der die Einsatzkräfte bis Sonntagnachmittag beschäftigte. Noch vor 8 Uhr rollten am Montag wegen der Glutnester wieder Einheiten der Wehr an. Sie konnten verhindern, dass sich erneut ein größeres Feuer entwickelte. Zum Einsatz kam unter anderem eine Drohne mit Wärmebildkamera, mit der das Gebäude kontrolliert wurde.

Den Brandort hat die Polizei inzwischen beschlagnahmt. „Zur Ursache des Feuers können die Ermittler der Kriminalpolizei aber noch keine Angaben machen“, sagte Lorenz Schlotmann als Sprecher der Kreispolizeibehörde. Bislang konnten die Ermittler das Gebäude nicht begutachten, da die Feuerwehr noch mit Löscharbeiten beschäftigt war. Ob die Beamten den Bereich in der Nähe des Brandherdes überhaupt betreten dürfen, ist unklar. Die Industriehallen sind stark einsturzgefährdet. Wahrscheinlich werde sich zunächst ein Statiker vor Ort ein Bild machen, erklärte Lorenz Schlotmann. Dieser entscheide, wie bei den Ermittlungen zur Brandursache weiter vorgegangen wird.

„Herbie“ ist vollgepackt mit Technik

Bei einem Großbrand in Essen, der sich am 21. Februar in einem Wohnkomplex ereignete, kam erstmals der Roboterhund „Herbie“ zum Einsatz. „Rein theoretisch ist es denkbar, dass der Roboter auch am Brandort in Altena eingesetzt wird“, sagte Schlotmann. „Herbie“ ist ein Laufroboter des US-Herstellers Boston Dynamics, den die Landespolizei für rund 100 000 Euro angeschafft hat. Der Roboter ist vollgepackt mit Technik, kann unter anderem detailreiche Aufnahmen aus der Brandruine liefern, die den Ermittlern bei der Suche nach der Brandursache helfen sollen.

Die Fakten zum Feuerwehr-Einsatz: Mehr als eine Million Liter Löschwasser

Am Montag zog Feuerwehr-Pressesprecher Philipp Selle eine erste Bilanz zum Großeinsatz am Wochenende. Weil mehrere Pumpen und Hydranten gleichzeitig im Einsatz waren, kann die Löschwassermenge nicht genau angegeben werden. Schätzungsweise waren es mehr als eine Million Liter, so Selle. Zusätzlich verbraucht wurden etwa 6 000 Liter Schaummittel. Vor Ort waren insgesamt 220 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Behörden. „Positiv hervorzuheben ist die gute interkommunale Zusammenarbeit. Das hat alles super gut geklappt“, lobte Selle. 45 Fahrzeuge waren verteilt über die Einsatzzeit von 25 Stunden in Altena. Gold wert sei die im vergangenen Jahr angeschaffte Drohne mit Wärmebildkamera gewesen. Größere Schäden am Material entstanden nach ersten Erkenntnissen nicht. „Die kontaminierten Schläuche wurden zur Reinigung und Prüfung in das Feuerwehr-Service-Zentrum nach Iserlohn gebracht.“ Verlegt waren knapp zwei Kilometer Schlauchleitungen. Den beiden verletzten Feuerwehr-Kameraden gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Selle. Ein Kamerad wurde zur Versorgung ins Krankenhaus gebracht, konnte es aber wieder verlassen. Der zweite Kamerad musste nicht ins Krankenhaus.“

Ob „Herbie“ wirklich nach Altena kommt, wird sich aber erst in einigen Tagen entscheiden. Derzeit, so Schlotmann, sei die Polizei mit Vernehmungen befasst. Die Beamten sprechen unter anderem mit den Personen, die den Brand gemeldet hatten.

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