Die CDU kommt ins Rentenalter - ihr C auch?

ALTENA - Die CDU kommt ins Rentenalter. Heute vor 65 Jahren trafen sich in Bad Godesberg Vertreter verschiedener christlich orientierter politischer Gruppen aus ganz Deutschland. Als Folge schlossen sie sich nach dreitägiger Diskussion zur Christlich Demokratischen Union (CDU) zusammen.

Bereits kurz nach Kriegsende wurden in allen vier Besatzungszonen Parteien und politische Gruppierungen neu gegründet. Unsere Zeitung nahm diesen Geburtstag zum Anlass, führenden Christdemokraten die Frage vorzulegen, wie wichtig ihnen persönlich das C im Parteinamen ist.

Landrat Thomas Gemke:

„Das ,C‘ im Parteinamen der CDU ist wichtig, weil es ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Parteien ist.

Es hat eine historische und eine inhaltliche Bedeutung. Nach dem 2. Weltkrieg, also nach dem Schrecken der Nazi-Herrschaft, wollte die Union ganz bewusst Politik aus christlichem Glauben machen – gegen das Totalitäre. Sie war von Anfang an offen für Menschen aller Konfessionen. Die CDU hat bei ihrer Gründung schon ein „ökumenisches Projekt“ geschaffen und damit, aus heutiger Sicht, eine „Vorreiterrolle“ übernommen. Inhaltlich bedeutet das „C“, Politik zu gestalten auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes mit seinen Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Die Schöpfung zu bewahren und für kommende Generationen zu schützen ist ebenfalls eine Grundlage unseres politischen Handelns, welche ihren Ursprung in der christlichen Lehre hat. Nicht alles, was machbar ist, darf auch gemacht werden. In einer Zeit, die vom raschen Wandel geprägt wird, die Menschen auch teilweise verunsichert, sind solche Grundwerte genauso aktuell und wichtig wie bei der Gründung der CDU. Man kann Politik nur gestalten, wenn sie über ein programmatisches Fundament verfügt. Das ist für mich das christliche Menschenbild. Ein gerechter Ausgleich von Freiheit und Verantwortung steht im Mittelpunkt des Handelns. Nur wenn viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, funktioniert unsere Gesellschaft. Wichtig ist mir die Familie, also vor allem das Zusammenleben von Eltern mit ihren Kindern.“

Kreisvorsitzender Thorsten Schick:„Als Christ hat auf mich das „C“ in der Union eine besondere Anziehungskraft ausgeübt. Dies hat sich bis heute nicht verändert, weil in keiner anderen Partei ethische Fragen so intensiv behandelt werden. Wie lebendig dieses Bedürfnis nicht nur bei mir, sondern innerhalb der gesamten CDU ist, haben die intensiven Diskussionen beispielsweise zu den Themen Präimplantationsdiagnostik oder Sterbehilfe gezeigt. Politik aus christlicher Verantwortung muss sich darüber hinaus intensiv mit dem Wertesystem unserer Gesellschaft beschäftigen und darf sich nicht darin erschöpfen, ausschließlich aktuelle Tagespolitik zu gestalten.

Deshalb ist es mir wichtig, dass die CDU immer wieder das Bewusstsein für die Familie und die Verantwortung für den Nächsten schärft.“

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