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Gemke beklagt überbordende Bürokratie

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Bettine Lugk MdB SPD beim SGV-Kohlbergtreffen 2022
Frieden in Europa, ein gut überstandener Winter, Corona kein so großes Problem mehr und Fortschritte bei der A45-Brücke: Das wünschte sich die SPD-Politikerin Bettina Lugk für die kommenden Monate. © Goor-Schotten, Hilde

Die einen kamen mit dem Bus wie die 29-köpfige Delegation aus Iserlohn, andere hatten schon einige Kilometer zu Fuß zurückgelegt: Das Ehrenmal am Kohlberg wurde am Sonntag einmal mehr zum Treffpunkt des Sauerländer Gebirgsvereins. Bei schönstem Herbstwetter gedachten zahlreiche Abteilungen – traditionell am zweiten Sonntag im Oktober – der verstorbenen Mitglieder des Vereins.

Altena - In den vergangenen Tagen hatten einige SGVler das Ehrenmal für diesen Anlass herausgeputzt. Den jüngsten Schaden konnten sie nicht verhindern. SGV-Präsident Thomas Gemke berichtete zu Beginn seiner Begrüßung, dass innerhalb der letzten zwei Wochen die Kupferabdeckung der erst vor zwei Jahren für viel Geld sanierten Weihestätte entwendet wurde. „Das macht niemand, der zufällig mit dem Mountainbike vorbeikommt“, hat er professionelle Kupferdiebe in Verdacht. Der Schaden liegt bei rund 3500 Euro.

Endlich wieder Alltag im SGV

Die üppig bestückten Wimpelstöcke der Abteilungen im Blick freute sich der SGV-Präsident, dass man – allen Krisen wie Hochwasser und Krieg zum Trotz - nach der Corona-Zeit den Wander- und Vereinsalltag wieder erreicht habe. Dennoch müsse sich etwas tun. Die Initiative „Zukunftssicherung Ehrenamt“ sei angeschoben, viele Umfragen wurden schon durchgeführt. „Wir müssen das Ehrenamt neu denken“, sagte Gemke. Die staatliche Bürokratie mache es allerdings nicht leichter. Die Einrichtung einer E-Bike-Ladestation am Jugendhof habe sich um Monate verzögert, unter anderem habe der Verein nachweisen müssen, dass er in keiner Verbindung zu Russland stehe.

Viel Aufwand sei auch mit der Kennzeichnung der Wanderwege verbunden. Die Beschaffung der Markierungsträger, die fehlende Bäume ersetzen sollen, habe man europaweit ausschreiben müssen. „Wir haben einiges angepackt. Wir sind eine gute, starke Truppe“, gab der SGV-Chef den Mitgliedern aber mit auf den Weg.

Lugk: Noch mehr Hilfen sind erforderlich

Die weltweiten Krisen schienen in der friedlichen und vom Posaunenchor des CVJM Dahle begleiteten Gedenkfeier im Wald weit weg – die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk konnte sie in ihrem Grußwort nicht außen vor lassen. Sie sieht die Politik und damit auch sich selbst in der Verantwortung, die Wirtschaft und die Menschen zu unterstützen. Die drei Entlastungspakete der Regierung reichen ihrer Ansicht nach da noch nicht. Nicht nur durch den Krieg in der Ukraine sei die Welt in Unruhe geraten, sagte Lugk und nannte den China-Taiwan-Konflikt und die Demonstrationen im Iran, aber auch den Sieg der Rechten in Italien, mit dem das Erreichte in Europa infrage gestellt werde. „Ich wünsche mir, dass, wenn wir uns in einem Jahr wieder hier treffen, Frieden in Europa herrscht, wir den Winter gut überstanden haben, Corona kein so großes Problem mehr ist, es mit der A45-Brücke vorangeht und es genug Fachkräfte in der Region gibt“, sprach sie wohl nicht nur der Zuhörerin aus der Seele, die das mit einem „Das wäre schön“ kommentierte.

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