Kohlbergtreffen mit mehr als 200 Besuchern

Corona trifft SGV hart - Ehrenamtliche dringend gesucht

Gedenkfeier auf dem Kohlberg: Mehr als 200 SGV-Mitglieder aus der ganzen Region kamen zum Ehrenmal in Altena/Neuenrade.
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Gedenkfeier auf dem Kohlberg: Mehr als 200 SGV-Mitglieder aus der ganzen Region kamen zum Ehrenmal.

Wandern boomt, doch der SGV leidet. Dem Verein fehlen Ehrenamtliche und Nachwuchs. Daher will sich der SGV nun neu aufstellen.

Altena/Neuenrade – Die Zeiten, als die SGVler noch mit Sonderbussen zum Kohlbergtreffen gebracht wurden, sind längst vorbei. Dennoch war die Gedenkfeier außerordentlich gut besucht – zumindest im Vergleich zu anderen Veranstaltungen dieser Art. Mehr als 200 Vereinsmitglieder hatten sich auf der Wiese rund um das SGV-Ehrenmal am Kohlberg verteilt.

Aus allen Richtungen strömten die Besucher heran. Die umliegenden SGV-Abteilung nutzten das Treffen für eine Wanderung am Morgen. Andere sammelten sich auf dem Parkplatz und gingen von dort gemeinsam los. Seit 1938 gibt es diese Tradition nun schon. Und geht es nach SGV-Präsident Thomas Gemke, wird das auch noch lange so bleiben. Er machte darauf aufmerksam, wie bedeutend die Arbeit des Vereins ist. Unter anderem werden mehr als 40 000 Kilometer Wege durch den SGV unterhalten.

SGV-Präsident übt Kritik an Corona-Regeln

Natürlich habe die Arbeit der Wanderer schwer unter Corona und der Flut gelitten. „Die Sportler haben eine starke Lobby und bekamen Ausnahmen in der Schutzverordnung. Wir mussten ganz schön kämpfen, um als kontaktloser Sport anerkannt zu werden“, kritisierte Gemke. So langsam nehme die Vereinsarbeit und die Wandertätigkeit aber wieder Fahrt auf. Dennoch seien die Corona-Folgen stark spürbar.

„Wir wissen, dass einige Abteilungen große Probleme haben, die Arbeit wieder aufzunehmen. Es fehlt vor allem an Ehrenamtlern“, berichtete Gemke. Aus diesem Grund habe der SGV mit dem Projekt „Zukunftssicherung Ehrenamt“ einen neuen Arbeitsschwerpunkt gesetzt. „Wir müssen das Ehrenamt neu aufstellen, müssen neue Wege gehen, ohne aber mit den Traditionen zu brechen.“ Wandern sei schwer in Mode. Nun gelte es, diesen Hype zu nutzen und die Menschen in die Vereine zu bekommen.

Bürgermeister: Handy weglegen und anpacken

Altenas Bürgermeister Uwe Kober appellierte, nicht all das Schöne in der Natur als selbstverständlich hinzunehmen. „Natürlich ändert sich die Welt. Wir müssen beispielsweise digitaler werden, aber dennoch dürfen wir das Analoge nicht vergessen“, mahnte Kober.

Das sei in den Katastrophenwochen nach der Flut deutlich geworden. Die Menschen hätten sich von ihren Handys getrennt und angepackt. Neue Freundschaften seien entstanden. Und gerade der SGV müsse sich diese Stimmung zunutze machen. „Mein Gott, was leben wir schön. Wissen wir das auch wirklich zu schätzen? Diese Frage sollten wir uns immer wieder stellen.“

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