Nach drei Wochen Tempomessung

Kohlberg: Die Hälfte aller Fahrer zu schnell

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Beliebte Motorradstrecke zum Leidwesen der Dahler Anwohner: der Kohlberg.

Altena –Drei Wochen Tempomessung am Kohlberg zeigt: Die Hälfte aller Fahrer war zu schnell. Spitzenwert: 135 km/h.

Gut drei Wochen lang hatte das Ordnungsamt am Dahler Ortsausgang oberhalb des SGV-Ehrenmals ein stationäres Geschwindigkeitsmessgerät installiert. Die Ergebnisse der Auswertung liegen jetzt vor und zeigen erschreckende Ausreißer. 

So berichtet Florian Splitt-Meyer, bei der Stadtverwaltung im Fachbereich für Sicherheit und Ordnung auch für Straßenverkehrsangelegenheiten zuständig, dass ein Fahrzeug mit Tempo 135 gemessen wurde – wohlgemerkt in einem Bereich, in dem 50 Stundenkilometer zulässig sind. 

„Das muss ein Motorrad gewesen sein“, meint Splitt-Meyer. Ein sehr PS-starkes. Mit einem Pkw sei ein solches Tempo kurz oberhalb des Kurvenausgangs am Ehrenmal kaum zu erreichen. 

"Es wird richtig geballert"

Dahles Ortsvorsteher Helmar Roder hatte genau das vermutet. „Es wird schon richtig geballert“, kommentierte er diesen Spitzenwert bei einer Versammlung der CDU in Dahle. 

Genau darum wurde gemessen: Weil sich die Dahler seit Jahrenerheblich von lauten und rasenden Motorradfahrern gefährdet und gestört fühlen, die vor allem an den Wochenenden den Kohlberg als Rennstrecke nutzen. Besonders schlimm sei es, seit ein großer Teil der Kohlberg-Strecke von und nach Neuenrade erneuert wurde. 

51 Prozent zu schnell unterwegs

Auch wenn nur ein kleiner Teil der Motorradfahrer zu schnell fahre, machten diese Ausreißer gewaltig Lärm im Dorf. Insgesamt passierten innerhalb der drei Wochen Messung zwischen dem 28. Mai und 16. Juni 7731 Fahrzeuge die Messstelle. 

Das Ergebnis: 51 Prozent waren zu schnell und fuhren mehr als 50 Stundenkilometer. Jedoch: Der wichtige Wert mit der Bezeichnung V85 – er nennt die Geschwindigkeit, mit der 85 Prozent aller Fahrzeuge unterwegs sind – liegt bei 59 Stundenkilometern. Damit sei es unwahrscheinlich, dass etwa das Straßenverkehrsamt einschreitet und das Tempolimit auf der Strecke herabsetzt. 

Messungen gehen weiter

Die Messungen gehen derzeit weiter, allerdings mit einem Gerät, das feiner misst und beim Märkischen Kreis ausgeliehen wurde – ein sogenanntes Seitenradar. Es kann nicht nur die Geschwindigkeit messen, sondern auch den Lärm. 

Und es kann zwischen Lastwagen, Pkw und Motorrädern unterscheiden. „Damit bekommen wir aussagekräftigere Ergebnisse“, erwartet Splitt-Meyer.

Jüngst hatten sich auch die Motorradfreunde Sauerland zu Wort gemeldet, auch sie beschäftigt das Problem am Kohlberg. 

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