Kneipen-Rauchverbot: Nur auf dem Papier

Blauer Dunst - des einen Freud, des anderen Leid.

ALTENA - Wo kein Kläger, da kein Richter – auf diesen Nenner lässt sich der Umgang des Ordnungsamtes mit dem Rauchverbot in Gaststätten bringen. „Wir kontrollieren das nicht“, gab dessen Leiter Klaus-Peter Trappe gestern unumwunden zu. Er begründet das damit, dass seine Mitarbeiter ohnehin gut ausgelastet seien.

Die Folgen spürt jeder, der gerne mal ein frisch gezapftes Bierchen zu sich nimmt: In den meisten „richtigen“ Kneipen wird geraucht, was die Lunge und der Geldbeutel hergeben. Dass rauchende Gäste ihrer Sucht draußen vor der Türe frönen, ist inzwischen die absolute Seltenheit.

„In den Speiselokalen ist die Disziplin besser“, hat Trappe beobachtet – dort werde in aller Regel nicht geraucht oder nur in den Bereichen, die dafür reserviert sind.

Nichtraucherschutz

Der Nichtraucherschutz in Gaststätten ist in NRW seit gut zwei Jahren Gesetz, er sorgte anfangs auch in Altena für viel Gesprächsstoff. „Wir haben damals eindringlich mit den Wirten gesprochen“, erinnert sich Trappe. Die größten Debatten gab‘s damals um das Rauchen vor der Eisdiele im Stapelcenter. „Da war die Rechtsanlage anfangs unklar“, weiß Trappe zu berichten – inzwischen sind wenigstens dort Raucher- und Nichtraucherbereiche klar definiert.

Und was, wenn Gäste sich durch den blauen Dunst gestört fühlen? In solchen Fällen könne man sich gerne ans Ordnungsamt wenden, das schreite dann auch ein, sagte Trappe gestern. Im Regelfall werde man in solchen Fällen ein ernstes Gespräch mit dem Wirt führen. Das sei in der Vergangenheit auch schon geschehen. Bußgelder habe die Behörde nach seiner Erinnerung bisher noch nicht verhängt. Möglich wäre das, der Bußgeldrahmen liegt zwischen fünf und 1000 Euro.

Manche Gaststätte hat sich übrigens nach der Einführung des Kneipen-Rauchverbots zum „Raucherclub“ umbenannt. „Bei denen kann man höchstens versuchen, sie zu ärgern“, weiß Trappe – das Ordnungsamt könnte kontrollieren, ob Mitgliederlisten geführt und Einlasskontrollen vorgenommen würden. Was aber in der Regel auch nicht passiert...

Nicht ganz untätig

Ganz untätig sind Trappe und seine Mitarbeiter aber nicht in Sachen Nichtraucherschutz: Dem Dahler Schützenverein sei man behilflich gewesen, beim Public Viewing in der Schützenhalle das Rauchverbot durchzusetzen, berichtet Trappe – „da haben ja schließlich auch Kinder zugeguckt“.

von Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare