Knatsch in der Musikschule

Musikalische Bildung beginnt in Altena häufig schon im Baby- und Kleinkind-Alter an der Musikschule.

ALTENA - Ein Detail im Altenaer Haushaltssanierungskonzept sorgt für Unruhe unter den anderen Kommunen im Lennetal: Plettenberg, Neuenrade und Werdohl befürchten höhere Belastungen, wenn Altena seinen Zuschuss an die Musikschule wie geplant um 25000 Euro pro Jahr reduziert.

Bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend gab es deshalb Knatsch, der Etat wurde gegen die Stimmen der Altenaer Vertreter durchgesetzt.

Dass die Burgstadt auch an der Musikschule sparen muss, ist lange bekannt. Es habe Gespräche mit deren Leiter Martin Theile gegeben, berichtete Stadtkämmerer Stefan Kemper gestern. Außerdem habe die Gemeindeprüfungsanstalt einen Blick auf die Musikschule (die juristisch gesehen ein eingetragener Verein ist) geworfen. Im ersten Durchgang seien bereits erhebliche Einsparungsmöglichkeiten ausgemacht worden. Kemper bezifferte sie auf rund 17000 Euro, eine nennenswerte Reduzierung des Angebotes sei damit noch nicht einmal verbunden gewesen.

Blieben 8000 Euro, um die hart gerungen wurde. Im nichtöffentlichen Teil einer Hauptausschusssitzung sind nach Darstellung Kempers im Beisein Theiles weitere Möglichkeiten erörtert worden, die noch einmal 4000 Euro gebracht hätten. Damit habe die Politik sich schließlich zufrieden gegeben. Weitere Einsparungen seien zumindest kurzfristig nicht möglich.

Von 25000 Euro schon 21000 Euro erreicht – damit hätte man in Altena durchaus zufrieden sein können. Nur: Die anderen Mitgliedsstädte sagten „Nein“. In der Form, wie er am Dienstag verabschiedet wurde, ist der Musikschul-Haushalt für Altena mit Einsparungen von „nur“ 17000 Euro verbunden. Exakt 85 809 Euro soll Altena im kommenden Jahr an die Musikschule überweisen.

Sicher seien jetzt weitere Gespräche erforderlich, sagte Kemper gestern. Führten die nicht zu weiteren Einsparungen, werde die Stadt die geforderte Summe „natürlich“ bezahlen, sagte Kemper auf Anfrage. Dazu sei sie durch die Satzung der Musikschule schließlich verpflichtet. Er habe keine Hinweise darauf, dass die Politik die Entwicklung zum Anlass nimmt, die Zusammenarbeit mit der Musikschule zu beenden. Eine Kündigung wäre ohnehin erst zu Juli 2015 möglich.

Ein genauer Blick auf die Musikschul-Zahlen zeigt, dass Altenas Klagen nicht ganz unberechtigt sind. Nirgendwo sonst sind Musikschüler so teuer wie hier. 217 Altenaer besuchten im Musikschuljahr 2012/2013 den Unterricht, 85809 Euro soll die Stadt dafür bezahlen. Das entspricht über 395 Euro pro Jahr und Schüler. Plettenberg hat 460 Musikschüler, zahlt dafür aber nur 116964 Euro. Das macht 254 Euro pro Schüler. von Thomas Bender

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