Altenaer CDU-Ratsmitglieder bedroht

ALTENA -  Am „Tag danach“ waren die Gemüter der Altenaer Ratsmitglieder quer durch alle Fraktionen am Dienstag, 11. Februar, etwas abgekühlt. Am Montag, 10. Februar, hatte der Rat mit großer Mehrheit beschlossen, den bisherigen Grundschul-Teilstandort Evingsen des Schulverbundes Evingsen-Dahle „sukzessive“ bis 2018 aufzulösen.

„Die Verwaltung wird jetzt die Schulleitungen im Mühlendorf und in Evingsen-Dahle anschreiben. Dann müssen die dortigen Schulkonferenzen tagen und gehört werden“, sagte auf Anfrage Stadtkämmerer und stellvertretender Verwaltungsleiter Stefan Kemper zum weiteren Prozedere. Die Stadt selbst warte diese Stellungnahmen ab und werde dann alle nötigen Berichte und Anträge an die Bezirksregierung in Arnsberg stellen. Denn die hat als Obere Schulaufsicht die Pflicht, dem Auflösungs-Beschluss nicht nur zuzustimmen, sondern ihn auch formal umzusetzen.

Dass es noch einmal eine andere Beschlussfassung als die Aufgabe Evingsens als Teilstandort geben wird, bezweifelten gestern Sprecher aller Parteien, die SPD war nicht erreichbar. Der Rat habe sich mit der Entscheidung schwer getan und alles Für und Wider umfangreich abgewogen, hieß es erneut. Der jetzt getroffene Beschluss bedeute Planungssicherheit für Eltern, Lehrer und ganz besonders die Kinder im Ostteil der Stadt. Ihnen bliebe immerhin der Standort Dahle mit einer sehr gut ausgestatteteten Schulimmobilie.

Noch einmal wurde gestern fraktionsübergreifend über die Droh-Mails, Postings auf Facebook, teils persönlichen Angriffe und Nötigungen – ganz besonders gegenüber CDU-Mitgliedern – gesprochen. Uwe Scholz, CDU-Fraktionschef, hatte dieses Thema in einer fraktionsinternen Sitzung vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrates noch einmal thematisiert. Das sei nicht hinnehmbar und das werde die Union auch nicht tun, hatte er später vor dem Rat unter dem Beifall aller Anwesenden gesagt. Es müsse möglich sein, eine demokratische Entscheidung zu treffen, weil man sie nach bestem Wissen und Gewisse fällen wolle. Die CDU erwäge Strafanzeige.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein selbst war vor dem Rat ebenfalls die verletzende Gangart der vergangenen Tage seiner Person gegenüber anzumerken. Demonstrativ stellte er vor dem Versenken seines Stimmzettels in die Wahlurne vor Rat und Bürgern als Zuhörern fest: „Ich stimme für die Auflösung des Teilstandortes.“ Er erinnerte an die Widerigkeiten im Umfeld der Einführung der Sekundarschule Altena-Nachrodt-Wiblingwerde vor Jahren und dem Kampf mit der Real- und Hauptschule. Letztlich zahle sich aus, wenn man Rückgrat zeige, „wenn es verantwortbar ist.“ Wenn ihn Evingser jetzt bei der BM-Wahl abstraften, werde er damit leben müssen.

Von Johannes Bonnekoh

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