Trinkwasserversorgung

Klimawandel an Talsperre deutlich spürbar

Die Fuelbecker Talsperre in Altena  ist voll: Das zeigt sich deutlich am Überlauf. Doch dieser Zustand wird immer später im Jahr erreicht.
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Die Fuelbecker Talsperre in Altena ist voll: Das zeigt sich deutlich am Überlauf. Doch dieser Zustand wird immer später im Jahr erreicht.

Die Fuelbecker Talsperre ist voll. Das passiert aber immer später. Der Klimawandel ist spürbar. Nun wollen die Stadtwerke handeln. Schließlich geht‘s um Altenas Trinkwasser.

Altena – Nach den Tiefständen der Fuelbecker Talsperre ist Altenas Wasserreservoir nun wieder voll. Natürlich freut man sich bei den Stadtwerken über diesen Füllstand: „Sehr erleichtert“ zeigt sich Geschäftsführer Hendrik Voß. Er stellt aber mit Blick auf die Entwicklung vom Herbst zum Winter auch fest: „Der Zeitpunkt des Vollstaus verschiebt sich immer weiter nach hinten.“

Der direkte Jahresvergleich bestätigt das: 2020 war die Fuelbecke am 10. Januar wieder voll, in diesem Jahr erst Ende Januar. „Es wird kritischer“, bemerkt Hendrik Voß. Der tiefste Wasserstand, bevor es in diesem Winter wieder aufwärts ging, wurde im Dezember mit einem Füllstand von knapp fünf Metern unter dem Überlauf (287,63 Meter über N.N.) erreicht. Im Dezember 2018 lag der Wasserspiegel noch 60 Zentimeter tiefer bei 282,14 Metern über N.N.

Klare Priorität: Trinkwasserversorgung vor Umweltschutz

Ein Problem für die Wasserversorgung Altenas war der niedrige Stand aber nicht. Hendrik Voß rechnet vor, dass dieses Niveau immer noch rund sechs Meter über dem Einlass des mittleren von drei Entnahmetürmen liegt, der das benachbarte Wasserwerk mit Frischwasser versorgt.

Mit Blick auf den Naturraum „Fuelbecker Talsperre“ verdeutlicht er die Prioritäten: „In unseren Überlegungen hat das Thema Flora und Fauna bisher noch keine große Rolle gespielt, weil wir gesagt haben: Die Versorgung der Bürger geht vor. Wir würden, so weit es geht, das Wasser entnehmen.“ Im eher schlammigen Grund der Talsperre würde im Ernstfall aber immer noch mehr als eine große Pfütze übrig bleiben: Dieses Tiefenwasser wäre wirtschaftlich nicht mehr nutzbar.

Springer Quelle schüttet solide

Hendrik Voß erklärt auch das Zusammenspiel von Springer Quelle und Fuelbecker Talsperre, aus denen die Bürger in Altena ihr Trinkwasser beziehen: Es habe keinen Sinn, die Filterwerke im Sommer ganz herunterzufahren, weil die Wiederinbetriebnahme dann zu lange dauere. So lange die Springer Quelle hinreichend Wasser liefert, werde das Filterwerk im Sommer aber so weit wir möglich heruntergefahren. „Um das Reservoir Talsperre zu schonen, kommt das Wasser aus der Springer Quelle, weil die noch sehr solide schüttet.“

Sollten sowohl Quelle als auch Talsperre eines Tages nicht mehr genug Wasser für Altena liefern, käme über ein Notversorgungskonzept Wasser aus Iserlohn. Ob das eine Lösung wäre, sei jedoch unsicher, sagt Hendrik Voß: „Letztlich ist es so: Wenn die Springer Quelle nicht mehr schüttet und die Talsperre leer ist, dann ist es nicht ein Problem in Altena, sondern ein regionales Problem. Dann hat das Klima uns so beeinflusst, dass wir nicht mehr ausreichende Wasserquellen haben.“

Turbine produziert Strom

Die Stadtwerke Altena stellen sich diesen Auswirkungen des Klimawandels: „Wir nehmen jetzt intensiver Gespräche auf mit Partnern in der Region, um zu gucken, wie man das für die Zukunft nachhaltig auf gute Beine stellen kann.“ Dabei gehe es darum, auch fünf bis zehn Jahre in die Zukunft zu schauen. Ein Beitrag zum Klimaschutz soll in diesen Tagen wieder ans Netz gehen: Der Vollstau der Fuelbecke erlaubt den Betrieb der Turbine in der Staumauer. Mit dem dort erzeugten Strom betreiben die Stadtwerke unter anderem das Wasserwerk.

Auf die Frage nach dem Zustand des Rundwegs um das beliebte Naherholungsgebiet Fuelbecke verweist Voß auf Politik und Verwaltung der Stadt. Sicherlich könne man die Wege besser befestigen, um zu verhindern, dass sie sich im Winterhalbjahr teilweise in Morast verwandeln, sagt er. Die Kosten dafür würden allerdings die Ertragslage der Stadtwerke schmälern. Für Aufregung und einen ABC-Einsatz hatte Giftmüll gesorgt, der an der Fuelbecke gefunden wurde.

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