"Protest allein hilft nicht": So sehen Zehntklässler am Burggymnasium "Fridays for future"

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Auch in Lüdenscheid protestierten Schüler für den Klimaschutz.

Altena –"Fridays for Future" bringt Tausende auf Deutschlands Straßen: Doch nicht alle Schüler halten diese Art von Protest für den Klimaschutz für sinnvoll. Kritik gibt's am Burggymnasium.

Auch einige Kinder und Jugendliche aus Altena haben an den „Fridays-for-Future“-Protestaktionen in Lüdenscheid und Iserlohn teilgenommen. Kritik gab es von vielen Seiten – auch aus den eigenen Reihen der Schüler. 

Lara Brietzel und Amelie Manke besuchen die zehnte Klasse des Burggymnasiums. Sie haben nicht an den Demonstrationen teilgenommen. Sie sind der Meinung, dass die Proteste allein keinen großen Effekt haben. 

Ins Gespräch kommen statt protestieren

Auch wenn sie die Bewegung grundsätzlich gut finden, halten die Mädchen es für wichtiger, mit Politikern ins Gespräch zu kommen: „Man kann nicht einfach auf die Straße gehen und von der Politik fordern, etwas zu verbessern. Ich habe manchmal das Gefühl, einige gehen da hin und denken, sie sind die Weltretter. Und an ihrem eigenen, privaten Verhalten ändert sich nichts“, sagt Amelie Manke. 

Wenn sie an einer Kundgebung teilnehmen würde, dann in einer größeren Stadt. „Unserer Meinung nach lohnt es sich mehr, dort zu protestieren, wo ein bisschen mehr los ist und wo die Leute etwas mehr davon mitbekommen. Es ist ja nun mal Tatsache: Wenn man jetzt in Altena demonstrieren würde, bekämen das deutlich weniger Menschen mit“, sagt Lara Brietzel. 

Lara Brietzel und Amelie Manke besuchen die zehnte Klasse des Burggymnasiums.

Ein Schüler, der namentlich nicht genannt werden möchte, kritisiert aber: „Ich finde es schade, dass in den Ferien deutlich weniger Schüler an den Kundgebungen teilgenommen haben. Anscheinend machen doch viele nur bei den Demos mit, um den Unterricht zu schwänzen.“ 

Den Klimaschutz halten die Zehntklässlerinnen aber für wichtig, auch den Gedanken hinter „Fridays for Future“ finden sie gut. „Ich find’s eigentlich cool, weil man zeigt: Die beste Bildung ist sinnlos, wenn am Ende der Schulzeit eine kaputte Erde steht“, sagt Amelie. 

Lara ergänzt „Ich würde mitmachen, aber dann in den Ferien.“ Sie meint, dass die Demos gerade dann die größte Aussagekraft hätten. Denn dann gelte das Argument nicht, dass Jugendliche nur teilnehmen, um den Unterricht zu schwänzen. 

"Protestieren, ohne Plan zu haben"

Amelie sieht noch ein weiteres Problem: „Einige protestieren einfach nur, ohne wirklich einen Plan zu haben. Wenn man protestiert, sollte man das aber tun, um wirklich etwas zu ändern. Man sollte ein gewisses Ziel haben und konkrete Vorschläge machen können.“ 

Würde man Jugendliche fragen, die an „Fridays for Future“ teilnehmen, vermutet Amelie, dass viele gar nicht wüssten, wofür sie überhaupt auf die Straße gehen. 

Dennoch finden beide die Ausmaße, die die Bewegung inzwischen angenommen hat, beeindruckend. „Als kürzlich international zum Klimaprotest aufgerufen wurde, war das schon eine enorm große Aktion. Das lief ja auch im Fernsehen. Und dennoch bleiben wir dabei: Nur demonstrieren bringt nicht viel. Wir finden, man sollte lieber mit den Politikern über konkrete Kritikpunkte oder Verbesserungsideen reden – so wie Greta Thunberg – und nicht nur sagen: Ändert was."

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