Kleiner Smart fährt viel Bauschutt in den Wald

Ulrich Waschke ärgert sich über den Müllberg auf dem weg zum Hegenscheid.

ALTENA - Ein Mann aus Altena ist jetzt von einem aufmerksamen Bürger dabei beobachtet worden, wie er Bauschutt im Wald ablädt, und zwar am helllichten Tag. Jetzt beschäftigen sich Polizei, Staatsanwaltschaft und Umweltbehörde mit dem Fall.

„Ich habe nicht gewusst, was alles in einen Smart hinein passt“, sagt Ulrich Waschke. Tagelang beobachtete der Naturfreund und Hundebesitzer, dass an der Eileringser Straße, die Verbindung vom Hegenscheider Weg zum Hegenscheid, jede Menge Bauschutt abgeladen wurde. „Wir waren dann sehr aufmerksam“, erzählt der 60-Jährige. Doch, dass er am vergangenen Samstag den Übeltäter sozusagen „stellen“ konnte, sei dann „purer Zufall“ gewesen. „Bei der Menge haben wir gedacht, das muss einer mit einem Lastwagen dorthin karren und nicht mit einem Smart.“

Am Samstagnachmittag hatte seine Frau Helga am Fenster gestanden. Da beobachtete sie, wie das kleine Auto, voll gepackt mit gerollten Teppichen, den Hegenscheider Weg hinauffuhr und wenig später leer wieder zurückkam. „Da sind wir dem hinterher gefahren“, berichtet Waschke. Das Kennzeichen hatte seine Frau notiert. Fündig wurden sie an der Bahnhofstraße. Da belud ein Mann gerade den Smart mit weiterem Bauschutt. Mit etwas Abstand verfolgten die Waschkes dann den Smart bis an sein Ziel: eine Haarnadelkurve an der Eileringser Straße. „Ja, und da lud er dann schön alles aus: Laminat, Waschbecken, Pissoir und so weiter“, erinnert sich Waschke und betrachtet ärgerlich den Müllberg. Er hat dann die Polizei gerufen und den Mann aufgefordert, auf die Beamten zu warten. Doch der sah das gar nicht ein, stieg in sein Auto und wollte losfahren. „Da habe ich mich ihm in den Weg gestellt“, so Waschke, „ich habe doch nicht geglaubt, dass der tatsächlich losfährt.“ Doch der Mann tat genau das. Er fuhr Waschke vor die Beine, so dass der wegrutschte und nach vorne auf die Motorhaube stürzte und sich seine Hand verletzte. „Tja, und dann war er weg.“ Doch die Polizeibeamten, die nach nochmaligem Anruf des 60-Jährigen aktiv wurden, konnten den Mann kurz darauf ermitteln und erstatteten Anzeige.

„Für uns geht es um einen ‚gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr‘, da der Mann durch sein Verhalten Leib und Leben des Geschädigten gefährdet hat“, teilte gestern Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski auf Anfrage mit. Das Strafmaß reicht hier von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Die illegale Müllentsorgung ist eine Ordnungswidrigkeit und somit ist dafür die Umweltbehörde der Stadt Iserlohn zuständig. Denn der Smart-Fahrer kippte seinen Bauschutt kurz hinter der Stadtgrenze von Altena ab. Laut Pressestelle werden die Iserlohner dem Verursacher die Kosten für die Abholung des Mülls aufbrummen und ein „empfindliches“ Bußgeld verhängen.

Ulrich Waschke und seine Frau Helga sind froh, dass endlich mal „einer von denen“ auf frischer Tat ertappt worden ist. „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder seinen Müll einfach in den Wald schmeißt?“ ▪ Von Ilka Kremer

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