Scheckkartenzahlung lohnt sich nicht für jeden Altenaer Einzelhändler

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Bernd Schlippe setzt auf Bargeld: Alleine für die Auszahlung der Lotto-Gewinne muss er immer welches parat haben.

Altena - Am 15. Januar 1968 wurden in Deutschland erstmals Scheckkarten ausgegeben. 50 Jahre ist die Einführung also bald her, heute ist die Karte der Grundstein für unser EC-Kartensystem. Während es damals schon revolutionär war, auch in fremden Kreditinstituten Bargeld abheben zu können, so wird heute immer häufiger bequem mit der Karte gezahlt und das Bargeld in den Portemonnaies immer seltener.

Auch beim Einkaufsbummel in Altena kann in den meisten Geschäften mit der Karte bezahlt werden. Nur wenige Ausnahmen nehmen bis heute nur Bargeld an. Bei diesen hat unsere Zeitung nachgefragt, wie es sich ohne Karte leben und verkaufen lässt.

„Natürlich war das interessant, als das rauskam“, erinnert sich Ulrich Hücking. „Es hieß, das Geld ist sofort auf dem Konto. Das ist natürlich nicht so.“ Zudem müsse der Metzger für jede einzelne Buchung bezahlen. Erst vor Kurzem habe eine Kundin 2,50 Euro mit Karte zahlen wollen. Pro Buchung müsse Hücking etwa 60 Cent bezahlen, besonders bei kleineren Beträgen bleibt dann oft wenig oder gar kein Gewinn übrig.

Stammkunden wissen Bescheid

Probleme gebe es bei der Bezahlung jedoch nicht. „Es sind ganz Wenige, die mit Karte zahlen wollen“, sagt Hücking. Die meisten Kunden seien Stammkunden, die bereits wüssten, dass sie Bargeld bereit halten müssen. Wenn dann doch mal die Scheine und Münzen fehlen, würden Viele auch zur nächstgelegenen Bank laufen. Und auch der Inhaber der Fleischerei kommt seinen Kunden entgegen: „Stammkunden können auch mal beim nächsten Einkauf zahlen“, verrät er.

Dass die Bezahlung mit der Karte in einigen Fällen sinnvoller ist, als immer das entsprechende Bargeld dabei zu haben, streitet Ulrich Hücking nicht ab. Bei größeren Beträgen – wie zum Beispiel für ein kaltes Büfett – sei es natürlich auch möglich, den Betrag zu überweisen, fügt Hücking hinzu. „Wir beliefern ja auch Gaststätten, da ist das ganz normal, dass das Geld überwiesen wird.“

Bequem mit Karte zahlen: In vielen Altenaer Geschäften ist das möglich, einige bleiben jedoch beim Bargeld.

Auch bei Bernd Schlippe wird nur mit Bargeld bezahlt. In der Tabak-Börse im Stapelcenter halten sich die Beträge in der Regel allerdings auch in Grenzen. „Mein Hauptumsatz ist der Tabak, da habe ich schon einen geringen Verdienst und müsste dazu noch die Kosten für die Transaktionen zahlen“, sagt der Geschäftsinhaber. Außerdem würden beim Lottospiel nur Barzahlungen akzeptiert und auch der Gewinn müsse in Bar ausgezahlt werden. „Da muss ich ja immer was da haben“, erklärt Schlippe.

"Keinen günstigen Anbieter gefunden"

Generell steht er der Kartenzahlung jedoch offen gegenüber. Ansätze diese einzuführen, habe es schon häufiger gegeben. „Wir haben bisher aber noch keinen kostengünstigen Anbieter gefunden“, sagt Schlippe, die Angebote würden sich jedoch nicht rechnen. Die Kunden – fast alle Stammkunden – haben durch die fehlende Kartenzahlung auch bei Bernd Schlippe keinen Nachteil. „Wer kein Bargeld dabei hat, fragt in der Regel nach dem nächsten Automaten. 99 Prozent der Kunden kommen dann auch wieder“, sagt er. Einige würden sich auch Sachen zurücklegen lassen und sie später abholen. Laut Schlippe handelt es sich dabei oft um Spontankäufe von Etuis und anderen Schulsachen, die bei der Tabak-Börse ebenfalls angeboten werden.

Zurücklegen lassen können sich Kunden auch Bücher in der Christlichen Bücherstube in Altena. Wie die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Filiale, Hildegard Ossenberg-Schule, erzählt, seien die meisten Kunden jedoch vorbereitet. „Viele wissen, dass wir nur Bargeld akzeptieren.“ Einige Kunden seien jedoch auch erstaunt, dass sie ihre Bücher nicht mit der Karte zahlen können. „Das wird sicher immer mehr werden“, vermutet Ossenberg-Schule, dass die Nachfrage nach der Kartenzahlung steigen wird.

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