Eine Lok am Haken: Carls kleiner Bruder ist da!

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Carl schwebt ein am Tunnelportal.

Altena - Viele Altenaer haben Carl vermisst: Nun ist die Silhouette der Kleinbahnlok zurück in der Burgstadt - und zwar viel größer als erwartet.

Die Kleinbahnlok Carl ist wieder da. So scheint es jedenfalls, wenn Autofahrer einen flüchtigen Blick auf die alte Tunneleinfahrt der Kreis-Altenaer Eisenbahn (KAE) werfen. 

Angekommen ist dort aber nur die Replik, die Wim Pater, der neue niederländische Besitzer des echten Carl,als Teil der Ablösesumme für die historische Lok versprochen hatte. Spezialisten der Firma Lonkwitz in Wetzlar sind immer noch damit beschäftigt, die nötigen Ersatzteile für die alte Lok einzeln anzufertigen. 

Aus Wetzlar kam am Samstagmorgen auch ein Sattelschlepper mit dem Nachbau, der die Dimensionen der Lok realistisch wiedergibt. Das ist mehr, als versprochen worden war: Es sollte „ein Nachbau der vorderen Hälfte Carls angefertigt werden“, hieß es damals. 

36-Tonnen-Kran für den Nachbau

Es entstand sehr schnell die Idee, diesen Nachbau nicht mehr am ursprünglichen Standort am Bahnhof, sondern vor dem ehemaligen KAE-Tunnel zu platzieren – als komme die Lok gerade aus dem Tunnel. 

Mit Manneskraft wird die Lok in die richtige Position geschoben.

Genau so sieht es nun aus. 36 Tonnen wog der Kran der Firma Dornseiff aus Burbach-Würgendorf, der den Nachbau an den Haken nahm und nach einer recht spektakulären Schwebephase auf den Schienen absetzte. 

Weil die Lok nicht nur in ihren äußeren Dimensionen kopiert, sondern auch mit drei Radsätzen ausgestattet wurde, konnte sie – dank geballter Manneskraft – danach noch in die optimale Position geschoben werden. 

"Grootfoot" lässt Carl schweben

Für Kranfahrer Holger Schmidt, Schuhgröße 50, Spitznamen „Grootfoot“ (ostfriesisch), war es eine besondere Fracht: „Das hat Spaß gemacht“, sagte er nach dem morgendlichen Einsatz seines 280 PS starken Gefährts. Während diesem führten Ordnungsamtsmitarbeiter den Verkehr einspurig an dieser Baustelle vorbei. 

Am anderen Ende des Tunnels gibt es ein Gemälde von Carl auf einer Garage.

Der echte Carlgehört inzwischen zur Lokomotivsammlung des niederländischen Unternehmers Wim Pater, der einen „Kleinbaan Service“ in Winschoten in der Provinz Groningen betreibt. Er will die Kleinbahnlok mithilfe der Firma Lonkwitz wieder fahrtüchtig machen. Die Kosten dafür wurden auf etwa 500 000 Euro geschätzt. Viele Teile waren verschwunden, Ersatzteile müssen einzeln angefertigt werden. 

Wiedersehen mit dem echten Carl?

Sollte Carl irgendwann wieder fahrtüchtig sein, soll er für gelegentliche Gastspiele bei der Märkischen Museumseisenbahn in Plettenberg-Hüinghausen zurückkehren. In Diensten der Kreis-Altenaer-Eisenbahn bewegte er zwischen 1907 und 1961 bis zu 80 Tonnen – auch auf der Strecke durch die Rahmede, deren Tunnel zu Beginn der 1880er Jahre gebaut wurd

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