Klassenfahrten stehen auf der Kippe

Schnappschuss einer Reise an die See – auch das hat es in der Vergangenheit schon mal in Altena gegeben.

ALTENA - Klassenfahrten haben für Helma Leidag, Schulleiterin der Hauptschule Rahmede, einen hohen Stellenwert. „Ich halte sie für sehr wichtig“, sagt die Rektorin. Und auch die Entscheidung des Gesetzgebers, dass Lehrer einen Anspruch auf Erstattung ihrer Kosten für die Teilnahme an einer Klassenfahrten haben, ist für Leidag „lange überfällig gewesen.“

Dennoch stehen in Altena genau deswegen Klassenfahrten durchaus auf der Kippe. Nicht so sehr im Haus von Helma Leidag. „Wir pflegen nicht die Praxis, Abschlussfahrten ins Ausland zu organisieren. Für die diesjährigen Absolventen werden wir jedoch etwas Schönes finden. Genaue Planungen gibt es aber noch nicht.“

Anders sieht das aber am Burggymnasium aus. Dort beträgt das schulinterne Haushalts-Budget für Klassenfahrten genau 1800 Euro. Und dieses Geld ist bereits jetzt bei einer Skifreizeit der achten Jahrgänge im Januar aufgebraucht worden.

Zwar gibt es im Schulprogramm den klar formulierten Willen, in den Eingangsklassen der fünften Jahrgänge durch „erlebnispädagogische Schulungen“, also so etwas wie kleine Klassenfahrten, die Gemeinschaftsbildung zu fördern. Aber sowohl dieses Angebot als auch die sonst üblichen Studienfahrten der Jahrgangsstufe 11 sowie weitere Museums- oder Erkundungsfahrten werden wohl nicht stattfinden. Schulleiter Hans Ulrich Holtkemper erinnerte daran, dass Lehrer-Fahrtkosten eben nicht auf alle Mitfahrenden umgelegt werden dürften. „Lehrer haben aber einen Rechtsanspruch auf Kostenerstattung.“ Als Schulleiter habe er deswegen ein ganz wachsames Auge auf diese Dinge, im schlimmsten Fall werde nämlich der Schulleiter in Regress genommen. Holtkemper erinnerte an lange Planungsvorläufe für Fahrten und die damit verbundenen verbindlichen Buchungen. Das ganze bleibe wohl ein Thema – auch für die Gremien am BGA.

An der Sekundarschule Altena-Nachrodt-Wiblingwerde gibt es für die fünften Klassen ein „Teamtraining zum Kennenlernen“. Klassenfahrten sind erst für die Sechser geplant. In diesem Jahr wird man das Jugendwaldheim Gillerberg in Hilchenbach ansteuern. Das könne dank Sponsoring von Wald und Forst NRW angefahren werden. Am Holensiepen hat man sich darüberhinaus eine „Deckelung“ von Kosten für Klassenfahrten „über die gesamte Schulzeit verordnet“, so Schulleiterin Anne Rohde.

von Johannes Bonnekoh

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