Klammheimliche Erhöhung der Eintrittspreise

ALTENA ▪ An einen schlechten Scherz glaubt seit dem Jahreswechsel mancher Besucher des Dahler Bades – die Eintrittspreise sind gestiegen, und zwar um bis zu 50 Prozent. Besonders pikant ist daran, dass das in einer Art geheimer Kommandosache erfolgte und der Öffentlichkeit deshalb vorher nicht bekannt war.

Beschlossen wurde die Erhöhung bereits am 7. Oktober – und zwar vom dafür zuständigen Betriebsausschuss. Im öffentlichen Teil bestand dessen Tagesordnung aus einem einzigen Punkt, nämlich der „Genehmigung der Niederschrift“ der vorhergegangenen Sitzung. Die Erhöhung der Eintrittspreise hatte die Verwaltung entgegen aller bisherigen Gepflogenheiten in den nicht öffentlichen Teil verbannt. Mitgemacht hat dabei der CDU-Ratsherr Paul Ricker, der die Einladung als stellvertretender Vorsitzender unterschrieben hat.

Auftragsvergaben, Verträge, Personalangelegenheiten – das und nicht mehr wird von den kommunalpolitischen Gremien unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Gebühren- und andere Satzungen werden grundsätzlich in öffentlicher Sitzung behandelt. Bürgermeister Dr. Hollstein bezeichnete den Vorgang deshalb gestern als „Panne“, die zu bedauern sei.

Auch nach der Beschlussfassung wurde die Öffentlichkeit über die Preiserhöhung im Unklaren gelassen. Es gab weder eine amtliche Bekanntmachung noch eine entsprechende Presseinformation. Einzig ein unscheinbarer Aushang im Hallenbad wies seit Mitte Dezember auf die steigenden Preise hin, zum 1. Januar änderte die Verwaltung die entsprechende Seite ihres Internet-Angebotes.

Begründet wird der Preisanstieg damit, dass das Dahler Bad deutlich günstiger sei als die umliegenden. Tatsächlich liegt Altena mit drei Euro für Erwachsene jetzt mit Nachrodt und Letmathe gleichauf und etwas unter dem Preisniveau des (allerdings deutlich größeren) Seilerseebades in Iserlohn. Günstiger als in den anderen Bädern ist der reduzierte Eintritt, der zum Beispiel für Kinder, Jugendliche, Schüler und Studenten gilt – sie zahlen 1,50 Euro. Diese Preise gelten sowohl für das Frei- wie auch für das Hallenbad. Auch Mehrfach- und Jahreskarten wurden teurer.

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