Nur fünf Kinder pro Gruppe

Kitas: Rückkehr zum Normalbetrieb noch in weiter Ferne

Coronavirus - Kita
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Zum Beispiel das Spielzeug: In Räumen, die gemeinsam genutzt werden, muss es regelmäßig desinfiziert werden.

Altena/Nachrodt – Eine Rückkehr zur Normalität ist für die Kindergärten in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde noch nicht in Sicht. Es gibt viele Schwierigkeiten bei den Planungen und ständig neue Informationen, wie die Kita-Leiterinnen berichten. Und doch reagieren sie auf die Situation.

„Im Moment plane ich schrittweise nach den Erlassen der Regierung und den Vorgaben, die wir bekommen“, sagt Katrin Bormann, Leiterin der Awo-Kita Nachrodt-Wiblingwerde. Sie geht nicht davon aus, dass die Einrichtung so schnell wieder komplett öffnen kann. Eine Rückkehr zum Normalbetrieb wäre unter den geforderten Vorgaben auch schwer umzusetzen – sowohl personell als auch räumlich. 70 Kinder sind angemeldet.

„Wir haben aber keine 14 Räume“, sagt Bormann mit Hinweis darauf, dass in jeder Gruppe immer nur fünf Kinder sein sollen. Seit Montag dürfen auch berufstätige Alleinerziehende die Notbetreuung in Anspruch nehmen. „Wir gucken dann nach einem solchen Erlass, wie viele unserer Kinder das betreffen könnte“, erklärt Katrin Bormann. Danach werden die Erzieherinnen eingeplant.

Neben den im Kindergarten beschäftigten Mitarbeiterinnen sind für den Fall der Fälle zwei weitere in Rufbereitschaft zuhause. Eine Planungssicherheit für einen längeren Zeitraum gibt es nicht. Bei jedem neuen Erlass wird neu geplant. Derzeit werden 15 Kinder in drei Gruppen betreut. In anderen Kindertageseinrichtungen sind es teilweise noch weniger Kinder, die die Notbetreuung aufsuchen.

Der evangelische Kindergarten Dahle meldet derzeit fünf und in der katholischen Kindertageseinrichtung St. Matthäus variiert die Zahl zwischen keinem und vier Kindern. Für weitere Kinder müsste eine neue Gruppe gebildet werden.

Für alle drei Kitas gilt: Es gibt noch mehr Eltern, die die Notbetreuung für ihre Kinder wahrnehmen könnten. Viele schaffen es jedoch ohne, was gut und auch gewollt sei. „Wir haben viele Eltern in systemrelevanten Berufen, die die Betreuung jetzt noch anders regeln können. Das kann sich aber auch noch ändern“, sagt Martina Hochstein, Leiterin der katholischen Kindertageseinrichtung St. Matthäus. Und wenn wieder mehr Kinder die Kita besuchen, muss auch geschaut werden, dass genügend Personal vorhanden ist.

Erzieher, die zur Risikogruppe gehören, können nämlich nicht eingeplant werden; sie dürfen derzeit nicht arbeiten. „Das wird spannend“, sagt Hochstein. Für die Leiterin bedeuten die immer wieder neuen Erlasse und Vorgaben der Regierung, dass sie den Dienstplan stetig anpassen muss. Auch sie plant nur von Tag zu Tag. „Die Kitas werden nicht sofort wieder komplett öffnen. Es werden langsam immer mehr Gruppen wiederkommen dürfen“, glaubt sie.

Sehr schwierig sei natürlich die Umsetzung der Vorgabe, Abstand einzuhalten, vor allem bei den ganz kleinen Kindern. Noch etwas ist anders als sonst: Für Eltern gilt in der Kita ein Betretungsverbot. Das macht es für die kleinen Kinder nicht einfacher, wenn sie nach langer Zeit wieder in die Einrichtung zurück kommen. Auch Abläufe sind anders. So darf zum Beispiel immer nur eine Gruppe auf den Spielplatz der Einrichtung gehen oder den Turnraum benutzen und alles muss desinfiziert werden, bevor die nächste Gruppe an der Reihe ist.

Schwierig findet auch Gitta Brozio, Leiterin des Evangelischen Kindergartens Dahle, die Lage. „Wir versuchen, alles umzusetzen“, sagt sie. Bei den Kindern in dem Alter sei das jedoch schwierig und darüber hinaus sei die Zeit, die zur Umsetzung bleibt, sehr kurz. Sich langfristig vorzubereiten sei bei den vielen Auflagen nicht möglich. Auf jede neue Vorgabe reagiert das Team mit einer Dienstbesprechung. Die nächste ist für den morgigen Donnerstag geplant. „Man muss in diesen Zeiten flexibel sein“, erklärt Gitta Brozio.

Weitere Informationen zu den neuesten Entwicklungen finden Sie in unserem News-Ticker zum Coronavirus im Märkischen Kreis.

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