Wende in evangelischer Gemeinde: Kirchenmusik läuft weiter

Fleißarbeit für die Gemeinde: Einkuvertiert wurden die rund 3200 Brief an die Gemeindeglieder von den beiden Konfirmandengruppen. Das spart Kosten.

ALTENA -  Überraschende Entwicklung in der Evangelischen Gemeinde Altena: Das Presbyterium hat vergangene Woche seinen Beschluss, Mitte nächsten Jahres den Stellenumfang von Kantor Johannes Köstlin von 75 auf 50 Prozent zu reduzieren, zurückgestellt.

Wie die beiden Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier und Merle Vokkert sowie der für die Finanzen zuständige Kirchmeister Peter Krey gestern mitteilten, waren „deutliche Signale“ aus der Gemeinde für diese Kehrtwende ausschlaggebend. An die Kirchenführung sei der Wunsch herangetragen worden, nach alternativen Maßnahmen zur Finanzierung der Kirchenmusik zu suchen. Konkret sei die Gründung eines Fördervereins im Gespräch.

Das Presbyterium will jetzt die weitere Entwicklung beobachten und gebenenfalls im kommenden Jahr noch einmal entscheiden. Damit die mit diesem Beschluss verbundenen Mehrkosten im Jahr 2014 aufgefangen werden können, soll die Gemeindespende diesem Zweck zugute kommen.

Der bisherige Beschluss des Presbyteriums lautete, die Stelle von Köstlin zur Jahresmitte von jetzt 75 auf dann 50 Prozent zu reduzieren. Das wurde der Gemeinde im Herbst mitgeteilt. Den damit verbundenen Einsparungseffekt bezifferte Peter Krey damals auf 15- bis 20000 Euro im Jahr. 2014 hätte die Gemeinde also zwischen 7500 und 10000 Euro gespart. Dieser Betrag liegt etwa im Rahmen dessen, was die Gemeindespenden der vergangenen Jahr ergeben haben.

Seit 2007 schreibt das Presbyterium in der Adventszeit alle Gemeindeglieder an und bittet um eine Spende für klar definierte Projekte, die sonst nicht finanzierbar wären. Finanziert wurden im Laufe der Jahre Dinge wie die Beleuchtung der Lutherkirche, ein Zirkusprojekt für Kinder und Jugendliche und die Solaranlage auf dem Dach des Gemeindezentrums Mühlendorf. Knapp 4500 Mitglieder zählt die Gemeinde noch, etwa 220 entsprachen der Bitte – „Tendenz steigend“, wie Kehlbreier betonte. 2013 kamen rund 5000 Euro zusammen, es hat aber auch schon Jahre mit einem höheren Aufkommen gegeben.

In dem Schreiben an die Gemeindeglieder betont das Presbyterium den hohen Wert, den man der Kirchenmusik beimesse. Sie verbinde Generationen, sei ein Beitrag zum kulturellen Leben in der Stadt und mache Kirche auch für solche Menschen interessant, „die sonst nicht zu uns kämen“. Ziel müsse es deshalb sein, „mit Spendenmitteln die Breite und Qualität der Kirchenmusik in unserer Gemeinde zu erhalten.“

Kehlbreier berichtete am Donnerstag auch, dass die Gemeinde bemüht sei, Kirchenkreis und Landeskirche auf die besondere Situation der Altenaer aufmerksam zu machen. Gleich zu Beginn des neuen Jahres habe man ein Gespräch mit Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Hirtzbruch, um nach Wegen zur dauerhaften Sicherung des kirchenmusikalischen Angebotes zu suchen, sagte Kehlbreier gestern.

von Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare