Ungewöhnliches Phänomen sorgt für große Probleme

Gemeindehaus in der Rahmede steht auf schwankendem Boden

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Thorsten Brinkmeier (links) und Ralf Ziomkowski neben dem sanierungsbedürftigen Gemeindehaus. Mit der Friedrichskirche (hinten) ist zum Glück alles in Ordnung.

Altena - Lockere Fliesen im Treppenhaus, Risse in den Wänden – dass es Probleme mit dem 120 Jahre alten Gemeindehaus der Kirchengemeinde Rahmede gibt, ist schon seit fast zehn Jahren klar. Die Gemeinde hat sich viel Zeit genommen, um der Sache auf den Grund zu gehen – und das war auch gut so.

Erst durch mehrjährige Messungen des Statikers Gerhard Langfeld stellte sich heraus, dass sich das Gebäude an der Straße Am Stockey mal hebt und mal senkt – ein äußerst ungewöhnliches Phänomen, dessen Ursache das Grundbauinstitut Biedebach in Dortmund ermittelte.

„Die wollten die Analyse ihrer ersten Proben gar nicht glauben“, berichtete Ralf Ziomkowski, der Kirchmeister der Gemeinde. Denn: Völlig untypisch befindet sich kein Kies unter dem Gebäude, sondern nur Sand, Lehm und Fels. Auf der Talseite steht das Gebäude auf Fels, bergseitig gründet es auf Lehm – und der zieht sich mal zusammen, mal dehnt er sich aus. „Sicher auch eine Folge des Klimawandels“, meint Ziomkowski. Außerdem wurde vor 120 Jahren an der ein oder anderen Stelle gepfuscht: Eine fehlerhaft verlegte Dachentwässerung könnte die Kiesel weggespült haben, falsch gemauerte Stürze sind mitverantwortlich für Risse im Sandsteingesims über den Fenstern. Die mussten zum Teil sogar mit Balken abgesichert werden. „Einsturzgefahr besteht aber nicht“, betonte Thorsten Brinkmeier – der Pfarrer informierte am Donnerstag gemeinsam mit Ziomkowski die Presse. Am Sonntag war das Gemeindehaus Thema einer Gemeindeversammlung.

Dort erfuhren die Gemeindeglieder, dass zwei (grobe) Kostenermittlungen in Auftrag gegeben wurden. Zum einen soll von einem auf solche Arbeiten spezialisiertem Unternehmen aus Bochum ermittelt werden, wie das Fundament des Gebäudes stabilisiert werden kann. Dazu sind mehrere Verfahren denkbar, die Gemeinde will auch deren Vor- und Nachteile wissen.

Ein zweiter Auftrag geht an einen Ingenieur. Denn: Das Gemeindehaus ist in die Jahre gekommen, es besteht Sanierungsbedarf beispielsweise in der Küche und bei den Sanitäranlagen. Außerdem stellt sich die Frage, ob die Raumaufteilung noch zeitgemäß ist: Das Gebäude ist nicht barrierefrei, der Saal für manche Gemeindeveranstaltung zu klein. Ausdrücklich lobten Brinkmeier und Ziomkowski den Kirchenkreis Lüdenscheid und seine Baufachleute sowie Altenas Denkmalpfleger Jürgen Wagner für ihre „hervorragende Unterstützung“.

Wie es weitergeht, werde die Gemeinde dann diskutieren, wenn diese Kostenschätzungen (vermutlich im Frühjahr) vorlägen, erklärten Brinkmeier und Ziomkowski. Die Kirchengemeinde Rahmede hat 1200 Gemeindeglieder und kooperiert mit der Kirchengemeinde Oberrahmede, deren Gemeindezentrum Rathmecke rund drei Kilometer von der Friedrichskirche entfernt ist.

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