Kirchenbesuch ohne Mantel ist nicht zu empfehlen

ALTENA - 12 Grad Celsius. Das ist die durchschnittliche Temperatur, die in den evangelischen und katholischen Kirchen der Stadt als konstante Raumtemperatur gehalten wird. Nur während der Gottesdienste drehen die Küster ein bisschen am Energierad der Heizungen. Dann wird es den Gottesdienstbesuchern in der Regel um etwa vier Grad Celsius wärmer. Wer ohne Mantel kommt, könnte deshalb frieren.

„Zu Klagen ist es bei uns aber noch nicht gekommen“, sagt Helga Mosch. Die Kirchmeisterin ist in Evingsen für die Heizung zuständig und weiß natürlich auch, welche enormen Summen von der Gemeinde für das Beheizen der Kirchenräume aufgewendet werden müssen. Die Evingser Christen hätten sich mit der jetzt seit Jahren in etwa konstant gehaltenen Gottesdiensttemperatur angefreundet. Wesentlich wärmer dürfe es zudem nicht werden, „weil sonst die Orgel leidet.“

Die Sorge um das Instrument treibt auch die Verantwortlichen von St. Matthäus um. „Wir heizen konstant mit etwa 14 Grad Celsius, nur in den heiligen Messen wird es deutlich wärmer“, so Pfarrer Ulrich Schmalenbach. Zwar kennt er vom Hörensagen die Vorgabe der Nachbardiözese aus Paderborn, die vorgeschlagen hat, Gotteshäuser nur noch auf maximal 14 Grad Celsius dauerhaft zu erwärmen, doch in St. Matthäus müsse niemand im dicken Winterpelz kommen. Andererseits drücken den Pfarrer und seinen Kirchenvorstand finanziellen Sorgen, für die Gasheizung aufzukommen. „Da haben wir einen bestimmten Posten im Jahresetat. Der ist nicht veränderbar. Uns gibt am Ende, wenn es einen kalten Winter gab, niemand einen Extrazuschlag“, so Schmalenbach.

In der zur Zeit ohne Pfarrer verwaisten Oberrahmeder Friedenskirche greift die Gemeinde seit Jahren zu ganz praktischen Mitteln, um die ausufernden Heizkosten einzudämmen. „Bei uns wird es wieder das Projekt Winterkirche geben“, so Hans Görlitzer, Vorsitzender des Presbyteriums. Von Januar 2012 bis etwa Ostern feiern die Christen dann im wesentlich günstiger zu beheizenden Gemeindehaus ihre Gottesdienste. Das habe sich eingependelt und zudem sei es hier dann spürbar wärmer.

„In der Lutherkirche, das sagte auf Anfrage Pfarrerin Merle Vokkert, gilt täglich eine Temperaturkonstante von 12 Grad Celsius. „In Gottesdiensten heizen wir auf etwa 17 Grad Celsius auf. Unsere Orgel könnte mehr einfach nicht vertragen.“vonJohannes Bonnekoh

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