Aktion der Kirchen

Maria und Josef kommen im Koffer: Herbergssuche der anderen Art 

Maria und Josef auf Herbergssuche in Altena. Sie kommen im Koffer.
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Maria und Josef auf Herbergssuche in Altena. Sie kommen im Koffer.

Unerwarteten Besuch können die Bürger in Altena dieser Tage bekommen: Maria und Josef sind auf Herbergssuche in der Burgstadt - und sie kommen im Koffer.

Altena – Noch bis Heiligabend dürfen sich katholische und evangelische Christen in Altena auf unerwarteten Besuch einstellen: In den letzten Adventstagen des Corona-Jahres 2020 kann es passieren, dass es plötzlich an der Haustür klingelt und die Altenaer um Obdach gebeten werden. Und zwar von Maria und Josef im Koffer.

Gemeindeschwester Claudia Sauer von der evangelischen Kirchengemeinde Altena und Christiane Frebel, Mitglied des Pfarrgemeinderates der katholischen Gemeinde St. Matthäus, hatten die Idee zu der besonderen Aktion. Denn, so überliefert es die Bibel, vor gut 2000 Jahren haben sich Maria und Josef auf den Weg von Nazareth nach Bethlehem gemacht.

Auch der Esel kommt mit

Heute, 2020, sind die beiden als stattliche Krippenfiguren mit einer geschnitzten Eselsfigur unterwegs in der Burgstadt – und genau wie damals brauchen sie Unterkunft.

„Unerwarteter Besuch kommt heute zu Ihnen“, schreiben Claudia Sauer und Christiane Frebel in einem Begleitbrief: „Maria und Josef suchen nämlich hier vor Ort eine Herberge für eine Nacht und einen Tag.“ Gott möchte in diesem Advent und besonders zu Weihnachten zu uns Menschen kommen, sagen die beiden, deshalb brauche es Personen, die ihn in ihre Häuser, in ihren Alltag, in ihre Herzen einkehren lassen. „Öffnen Sie also Ihre Tür für die beiden und ihren tierischen Begleiter, wenn Sie Ihnen begegnen“, werben Sauer und Frebel.

Symbole des Innehaltens und Erinnerns

Beide wünschen sich, dass die Burgstädter den Figuren ein Plätzchen in ihrer Wohnung geben und sie aus der Versenkung des Koffers holen, hinein ins vorweihnachtliche Treiben im Haushalt.

Die Grundidee: Immer, wenn der Blick der Wohnungsgebenden auf die beiden Krippenfiguren und den Esel fällt, sei Gelegenheit für einen Moment des Innenhaltens, vielleicht des Gebetes oder zur Rückbesinnung auf den Advent, der mehr sei als eine Zeit des Konsums.

Kinder verzieren Reisetagebuch

Im Altenaer Adventskoffer liegt auch ein Reisetagebuch, in das die Christen ihre Gedanken und Erlebnisse mit dem Besuch von Maria und Josef eintragen können. Von kleinen Sätzen wie „Wir waren überrascht und erfreut“ über „Erst konnten wir nichts mit der Idee anfangen“ bis zu „Wir haben uns Zeit genommen, über Advent und Weihnachten noch einmal gründlich nachzudenken“, reichen die Eintragungen bisher. Viele Kinder haben auch Bilder gemalt oder Sterne eingeklebt.

Bisher ist der Koffer, so, wie es sich die Initiatorinnen gewünscht haben, stets weitergegeben worden. Natürlich fehlt es nicht an dem Hinweis, die Figuren stets zu desinfizieren, ehe sie an befreundete Familien, Verwandte, ältere Mitbürger oder einen Kindergarten weitergereicht werden.

Weitergabe des Koffers gewünscht

Wo sich genau Maria und Josef und der Esel befinden, erfahren Sauer und Frebel stets durch eine kurze SMS oder einen Anruf, um den sie gebeten haben. Bisher, so sagt das Duo, habe das problemlos geklappt. Natürlich stehen die beiden auch bereit, sollte einmal jemand nicht wissen, wohin er den Koffer weitergeben soll.

Die Reise endet für Maria und Josef und den Esel am 23. Dezember. Dann soll der letzte Gastgeber sie tags drauf, also am Heiligabend, um 15 Uhr zur Krippenfeier in die St.-Matthäus-Kirche bringen. „Denn ohne die beiden und auch ohne, dass wir uns für das in Bethlehem geborene Kind öffnen, das dann in der Krippenfeier seinen Platz in der Krippe erhält, kann es nicht Weihnachten werden“, sagen die Initiatorinnen.

Wer Maria und Josef im Koffer erhält und nicht weiß, an wen er sie nach einem Tag weiterreichen soll, kann mit Claudia Sauer unter Telefon 01 63/4 95 09 63 oder Christiane Frebel unter Tel.: 01 72/8 84 94 35 Kontakt aufnehmen.

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