Kirche feiert ein doppeltes Geburtstagsfest

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Dorothea Ossenberg-Engels und Dr. Dietmar Kehlbreier vor einem Modell des Lutherhauses.

ALTENA - Architektin Dorothee Ossenberg-Engels hatte Montag, 24. September, schwer zu tragen. Sie übergab Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier das Original-Bau-Modell des Lutherhauses einschließlich Lutherkirche und Umfeld aus dem Jahre 1987. „Das stand noch bei uns im Büro“, sagte die Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und Team vor exakt 25 Jahren das „Begegnungshaus mitten in der Stadt“ konzipiert und gebaut hatte.

25 Jahre Lutherhaus, das soll am Sonntag gefeiert wird. Dann wird aber auch auf das im Untergeschoss befindliche Geschäft „Eine-Welt-Laden“ angestoßen. Denn auch diese Einrichtung darf Silberjubiläum feiern.

„Wir tun das alles zunächst mit einem ökumenischen Gottesdienst um 12 Uhr im Garten der Burg Holtzbrinck“, sagt Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier. Er freut sich auf diesen doppelten Geburtstag, der optimal eingebettet sei in die Alwewo des örtlichen Handels.

„Damals hat mein Vorgänger im Pfarreramt gesagt, das neue Lutherhaus neben der Kirche möge Segen für die Stadt sein. Unser Gemeindemotto ist heute ,Suchet der Stadt Bestes’, das passt nahtlos“, sagte der Pastor im Blick zurück und nach vorn.

In Anwesenheit von Helga Ossig vom Eine-Welt-Laden und Architektin Dorothee Ossenberg-Engels begab er sich dann auf eine doppelte Zeitreise.

Die begann mit der Idee der Eheleute Stahl, „faire Handelsware“ in Altena anzubieten. Daraus entstand der Plan, einen Eine-Welt-Laden ins Leben zu rufen. Den tragen heute 17 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen als Team, die eine Ladenöffnung zu den üblichen Handelszeiten anbieten können. „Woche für Woche, seit 25 Jahren“, fügt Helga Ossig an. Alle seien heute über 65 Jahre alt, eine habe bereits das 83. Lebensjahr vollendet. Doch es treibe sie alle an, mit ihrem Tun zu helfen: In Deutschland. In Altena. In vielen Teilen der Welt. Und so erwirtschaftete das Team, unterstützt durch Sponsoren und regelmäßige Geldgeber, in all den Jahren für Projekte in Indien und Äthiopien die Summe von „weit mehr als 200 000 Euro“, wie Helga Ossig sagt (AK wird noch berichten.)

Zurück zum Lutherhaus: Es entstand an der Stelle, wo früher das historische Rathaus stand und integrierte dessen Reste. Dorothee Ossenberg-Engels erinnerte an den Spagat der Neuplanung unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes und der gegebenen Innenstadtsituation. „Wir haben damals nicht modisch, aber modern gebaut“, sagt sie selbstbewusst. Und Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier stehen mit seiner Gemeinde nach wie vor „in einem sehr gepflegten Haus, für das wir immer etwas getan haben“, mehr als 800 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Es waren die kleinen Schmankerl, die Dorothee Ossenberg-Engels sicherlich auch Sonntag zum Besten geben wird, wenn Bilder von Hans Reuber zum Jubiläum gezeigt werden. „Das Haus war entkernt ein Torso mit drei Wänden. Wir mussten Sauerländer Schiefer verbauen, Ware aus Portugal hätte es zum Spottpreis gegeben. Alte Zeichnungen, Pläne, gab es nicht. Wir haben erhalten, wir haben gewagt, wir haben bewegt“, so die Planerin. Und für Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier ist das Lutherhaus, besonders der große Saal, so etwas wie „hoch oben im Wohnzimmer der Stadt zu sitzen“. Gemeint ist damit die optimale Lage mitten im Zentrum hoch über der Geschäftsstraße.

Sonntag, 30. September, 12 ökumenischer Gottesdienst im Garten der Burg Holtzbrinck zum Thema Erntedank; anschließend Grünkohl-Essen im Lutherhaus, Fotoausstellungen, Besichtigungen, Gespräche. Der Eine-Welt-Laden ist durchgehend geöffnet.

vonJohannes Bonnekoh

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