Kirche unter dem Hammer: St. Paulus wird verkauft

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Die Kirche

Altena – Es gibt eine Kirche zu ersteigern: St. Paulus kommt unter den Hammer. Die  drei Gebäude gibt es zum Schnäppchenpreis.

Eine Kirche kommt unter den Hammer: Am Samstag, 14. September, (11 Uhr) hoffen die Verantwortlichen der St. Matthäus-Gemeinde auf einen Verkaufserfolg. Dann nämlich wird ein Auktionator der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG im Kölner Hilton Cologne Hotel zum ersten Mal eine ehemalige Kirche mit Wohnhaus und Nebengebäude unter der laufenden Katalog-Nummer 36 aufrufen – und zwar jene am Paulusweg 9 in Altena-Rahmede. 

Mindestens 99 000 Euro will die Gemeinde für die 2005 entwidmete Kirche, das ehemalige Pfarrhaus und das nebenstehende Gebäude erzielen. Das alte Pfarrhaus ist dreigeschossig, teilunterkellert und hat ein ausgebautes Dachgeschoss. Es wurde um 1925 errichtet. 1948 wurde das zuletzt als Bürgerhaus genutzte und freistehende Gebäude als Grundschule gebaut. 

Bürgerhaus in gutem Zustand

Alle drei Gebäude stehen auf einer 2997 Quadratmeter großen Parzelle und verfügen über Nutzflächen von 488 (Kirche), 343 Quadratmeter (Bürgerhaus) sowie 145 Quadratmeter Wohnfläche im ehemaligen Pfarrhaus.

Das alte Bürgerhaus.

„Ich hatte mehr als zweieinhalb Jahre mit den Vorbereitungen für diese Auktion zu tun“, sagt Dietmar Flusche vom Kirchenvorstand St. Matthäus. „Jetzt hat die Diözese Essen zugestimmt, dass wir den Weg über eine Auktion gehen dürfen.“ 

Sollte sie erfolgreich sein, bleiben die Mittel in Altena. „Sie müssten aber unserer Baurücklage zugeführt werden. Davon werden dann Sanierungen an weiteren Gebäuden im Kircheneigentum bezahlt“, erläutert der 70-Jährige. 

Bis Anfang dieses Jahres wurde das Bürgerhaus insgesamt mehr als zehn Jahre lang von Vereinen als Treffpunkt genutzt. Es ist gepflegt und nicht sanierungsbedürftig. Erst kürzlich wurde die Heizung instandgesetzt. 

Pfarrhaus sanierungsbedürftig

Das ist mit dem seit Jahren leer stehenden Pfarrhaus anders. Seit dort vor zehn Jahren ein Stadtjugendpfleger als Mieter auszog, steht es leer. Und auch die aufgegebene St. Paulus-Kirche ist in die Jahre gekommen. Seit ihrer Entwidmung fanden dort nur noch Trauerfeiern für den katholischen Friedhof in der Rahmede statt. 

Das frühere Pfarrhaus.

Bei den meisten Auktionen, die die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG abwickelt, handelt es sich um schwer verkäufliche Immobilien. Dass die Kirche deshalb mit dem Verkaufspreis Verluste macht, ist allen Verantwortlichen klar. 

Dietmar Flusche selbst unternahm viele Anläufe, das Rahmeder Kircheneigentum zu veräußern. Alle vergeblich. Und so schwingt deshalb für die bevorstehende Auktion der Gedanke mit: „Hauptsache weg.“ Nun zähle nur noch, das Ensemble loszuwerden. Denn dessen Verkehrssicherung koste auch viel Geld. 

Eine Disko oder ein Striplokal dürfen aber nicht dort einziehen. Flusche sagt: „Das halten wir vertraglich fest."

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