SKF wirbt in Altena für Bereitschaftspflegefamilien

Bereitschaftspflegefamilien: Kindern ein Zuhause auf Zeit geben

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Mareike Vollmann (l.) und Anna Jung werben für den Dienst der Bereitschaftspflege.

Altena - Bereitschaftspflege-Eltern habe oft keine leichte Aufgabe, aber sie alle bekommen viel zurück von ihren Schützlingen. Das bestätigen Anna Jung und Mareike Vollmann, die im Namen des Sozialdiensts Katholischer Frauen Hagen nun auch Pflegefamilien in Altena suchen. Die müssen vor allem flexibel und herzlich sein. „Alles andere klären wir dann mit den Interessenten“, erklären die Sozialarbeiterin und die Sozialpädagogin.

Bereitschaftspflegefamilien sind immer im Stand-by. Rund um die Uhr können sie vom Jugendamt angerufen werden, wenn ein Kind kurzfristig untergebracht werden muss. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel wenn die leiblichen Eltern erkrankt oder verunfallt sind und kein Angehöriger sich kümmern kann. Aber auch, wenn Kinder viel Gewalt in ihrer Herkunftsfamilie erfahren haben, täglich einem alkohol- und drogenabhängigen Elternhaus ausgesetzt wurden oder gar missbraucht worden sind.

Liebevolles Elternhaus

 „Diese Kinder brauchen dann ein liebevolles Elternhaus auf Zeit, bis die Ämter entschieden haben, wie es weiter gehen kann“, erklären Anna Jung und Mareike Vollmann. Bereitschaftspflege sieht nicht vor, dass die Kinder dauerhaft in ihrer „Auffangfamilie“ bleiben. 

Sollte eine Rückführung ins Elternhaus nicht möglich sein, werden die Kinder nach Wochen oder Monaten in eine Pflegefamilie vermittelt, wo sie im Einzelfall auch über Jahre hinweg leben können. 

„Das ist bewusst so gewollt, weil wir die Bereitschaftspflegefamilien behalten wollen. Die sind nämlich ziemlich rar“, berichten Anna Jung und Mareike Vollmann und erklären auch, warum: Familien, die sich dazu bereit erklären, sind 24 Stunden am Tag auf Abruf, um kurzfristig ein Kind aufnehmen zu können. Sie müssen gleichzeitig über Zeit und ein geregeltes Einkommen verfügen, ein lupenreines erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können und ein freies Kinderzimmer haben, wo der Schützling untergebracht werden kann.

Selten geworden

„Diese Konstellation ist selten geworden, weshalb diese Pflegeplätze auch sehr rar sind. Trotzdem wollen wir Menschen ermutigen, mitzumachen. In erster Linie zählt, dass die Familien mit Herz herangehen.“ Idealerweise haben Bereitschaftseltern schon Erziehungs- und Lebenserfahrung. Denn die Kinder tragen allesamt ein Päckchen mit sich, das oft schwer zu entpacken ist. 

„Grade dann, wenn keine familiäre Vorgeschichte bekannt ist, müssen sich Bereitschaftseltern erstmal herantasten: Ernährungs- und Einschlafgewohnheiten austesten zum Beispiel.“ Zur Bereitschaftspflege gehört nicht nur, dass die Eltern bereit sind, ein Kind aufzunehmen, sondern nach gewisser Zeit auch wieder abzugeben. Solange kein Kind im Haushalt ist, wird eine Bereitschaftspauschale gezahlt.

Liebe kommt zurück

Die Familien werden so dafür entlohnt, dass sie keine spontanen Urlaube machen können, ohne sich abzumelden. Während der Aufenthaltsdauer eines Kindes wird ein Pflegesatz vom Landesjugendamt gezahlt. Willige Familien müssen nicht zwingend aus Vater, Mutter und Kind bestehen. Auch gleichgeschlechtliche Paare oder Alleinstehende kommen als Bereitschaftspflegestellen in Frage. 

„Wichtig zu wissen ist, dass die Menschen nicht allein sind. Wir bereiten umfassend auf die Aufgabe vor und stellen auch gerne den Kontakt zu anderen Familien her, um einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen“, erklären Anna Jung und Mareike Vollmann. Die von ihnen begleiteten Familien haben allesamt gute Erfahrungen gemacht. „Sie sehen, wie ein Kind in ihrer Obhut wieder aufblüht und Vertrauen fasst. Das tut allen Beteiligten gut!“

Weitere Infos:

Anna Jung und Mareike Vollmann sind beim Sozialdienst katholischer Frauen, Hochstraße 83b, 58095 Hagen erreichbar. Telefonisch unter der Rufnummer 02331/367430 und per E-Mail unter info@skf-hagen.de. Homepage: www.skf-hagen.de

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