Kindergartenbedarfsermittlung 2014: Zahlen verändern sich ständig

„Planung ist ein Dauerjob“

Kleine Kindergartenforscher - auch das gehört zu den vielfältigen Angeboten in Altena.

Altena - 98, 112 oder doch 114 Kinder? „Die Zahlen verändert sich ständig!“ – Fast wie ein Hilferuf klang diese Feststellung von Wolfgang Friess, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales im Rathaus, kürzlich vor dem Jugendhilfeausschuss.

Der Fachmann, der sich in diesem Jahr aus „Amt und Würden“ in die Pension verabschiedet, nutzte die kurzfristig einberufene Sitzung des Jugendhilfeausschuses, am Mittwoch, auch den Kindergartenbedarfsplan für das laufende Jahr fortzuschreiben.

„Die Planung“, so sagte er, „ist ein Dauerjob.“ Aber: Friess sparte gegenüber der eigenen Verwaltung, ganz besonders aber auch gegenüber dem Fachaussschuss, auch nicht mit Lob. „Wir können flexibel reagieren“, stellte er fest. Und fügte an: „Ich mache mir keine Sorgen!“ Selten, dass ein hochrangiger Verwaltungsmann so positiv in die Zukunft blickt.

Doch zurück zu den harten Zahlen, Daten und Fakten: Für das Kindergartenjahr 2014/2015 ergibt sich laut Verwaltung in der Altersgruppe drei- bis sechsjährige Kinder ein Bedarf von 322 Plätzen. Er könnte sich bis 2018/2019 um drei auf dann 325 Plätze erhöhen. Diesem Bedarf stehen auf der Angebotsseite heute 343 Plätze gegenüber. Also: Alles im Lot, keine Probleme.

Die gibt es auch in der Gruppe der U3-Betreuung nicht. Wie mehrfach berichtet, hatte der Jugendhilfeausschuss bereits im Frühjahr 2012 stadtweit ein Betreuungsangebot für 100 Kinder unter drei Lebensjahren für notwendig erachtet. Benötigt werden aktuell 85 bis 90 Kinderbetreuungsplätze. Also: Auch hier, alles im Lob, keine Probleme. Laut Friess könnten zusätzlich in Dahle und Evingsen bei steigendem Bedarf sogar noch jeweils drei U3-Plätze in den dortigen Einrichtungen angeboten werden. Im Köcher hat die Stadt auch noch das Tagespflegebüro der Arbeiterwohlfahrt, Awo. Das bietet aktuell rund 20 Tagespflegeplätze für U3-Kinder an. Friess gegenüber dem Ausschuss: „Mit einer Ausweitung dieses Angebotes durch die Ausbildung weiterer Tagesmütter ist zu rechnen.“

Von Entspannung oder einem Zurücklehnen aber rät Friess entschieden ab. „Trotz Erfüllung der beschlossenen Vorgaben sollte auch in naher Zukunft der tatsächliche Betreuungsbedarf insbesondere für U3-Kinder häufig kritisch hinterfragt werden. Nur so können wir bei sich abzeichnender Nachfrage-Änderung zeitnah reagieren.“

von Johannes Bonnekoh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare