Ein schwieriges Geschäft

Kindergartenbedarfsplanung: Die Gleichung mit Unbekannten

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Altenas neuestes Kindergartengebäude steht auf dem Nettenscheid.

Altena - In der Innenstadt, im Mühlendorf und am Knerling ist der Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen besonders groß. Vor diesem Hintergrund mache die Reaktivierung des ehemaligen Kindergartens auf dem Nettenscheid nicht unbedingt Sinn, meinte nicht nur Karl Heinz Kühn, als sich der Jugendhilfeausschuss am Mittwochabend mit diesem Thema beschäftigte.

Der Stadtjugendring teile diese Ansicht, sagte dessen Vertreter Alexander Konkol und blickte dann auf Planungen der katholischen Kirche. Die will, wie bereits berichtet, am unteren Breitenhagen einen neuen, viergruppigen Kindergarten bauen und dafür die Einrichtungen St. Matthäus und St. Katharina aufgeben.

Das widerspreche dem Credo, das Angebot dort zu schaffen, wo die Nachfrage am größten sei, sagte Konkol und fragte an, ob über eine Lösung im Bereich der St.Matthäus-Kirche nachgedacht worden sei. Der stehe das denkmalgeschützte katholische Jugendheim im Weg, antwortete Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Sandra Schwieren deutete als Vertreterin der Kirche an, dass es wahrscheinlich möglich sei, den Kindergarten St. Matthäus noch einige Zeit weiterzubetreiben, um Bedarfsspitzen abzufangen. Das ist nämlich eins von mehreren Problemen, mit denen sich Politik, Verwaltung und Kindergartenträger auseinandersetzen müssen: Konkrete Kinderzahlen gibt es nur für die nächsten drei Jahre, selbst die können sich durch Zu- und Fortzüge verändern.

Das erschwert die Planung: „Wenn alles umgesetzt wird, was wir jetzt hier diskutieren, könnte das in fünf Jahren zu einem Überangebot führen“, warnte deshalb Agnes Goniwiecha, die Leiterin des Jugendamtes. Und Uwe Kober drängte aus dem gleichen Grunde, kurz- und mittelfristige Lösungsmöglichkeiten gemeinsam zu betrachten.

Im kommenden Sommer fehlen 40 Plätze, dieser kurzfristige Bedarf könnte am Knerling (Gründung einer Waldgruppe), Am Stockey in Altroggenrahmede (Containerlösung für eine zusätzliche Gruppe) und/oder durch die Reaktivierung der Einrichtung auf dem Nettenscheid gedeckt werden. Letztere werde erhebliche Investitionen erforderlich machen warnte die Verwaltung. SPD-Sprecher Reiner Kemmerling schloss diese Lösung auch deshalb aus, weil die für den Knerling angedachte Waldkindergarten-Gruppe eine Bereicherung des Betreuungsangebotes in der Burgstadt darstelle.

Mittelfristig werden noch mehr Plätze benötigt. Deshalb denken die Kirchengemeinde Dahle und der Kita-Zweckverband des Kirchenkreises Iserlohn als Träger des Kindergartens am Drescheider Berg darüber nach, ihre Einrichtungen auf drei Gruppen auszubauen. Auch das wäre mit Investitionen verbunden.

Grundsätzlich seien größere Einrichtungen für die Träger aber besser, weil Fixkosten sich besser aufteilen ließen und die Personalplanung erleichtert werde, sagte die evangelische Kindergartenexpertin Merle Vokkert im Ausschuss. Die Zufriedenheit der Träger müsse auf jeden Fall im Auge behalten werden, mahnte Uwe Kober: „Denen muss das auch Spaß machen“. Die Sitzung diente lediglich dem Informationsaustausch, Entscheidungen werden in etwa einem Monat getroffen.

„Wir werden versuchen, mit dieser Sache sehr verantwortlich umzugehen“, versprach Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Die CDU-Ratsfrau Yvonne Slejfir freute sich über die vielen Vorschläge seitens der Träger und sprach ebenfalls von einem „hochsensiblem Thema, mit dem wir dementsprechend behutsam umgehen sollten“.

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