Kindergärten: Großer Handlungsbedarf

Immer weniger Kinder in den Kindergärten: Der Handlungsdruck ist unverändert hoch.

ALTENA ▪ Es sieht auf Dauer nicht gut aus für den Kindergarten Nettenscheid: Die Stadtverwaltung hält seine Schließung „mit Ablauf des Kindergartenjahres 2012/2013, spätestens aber 2013/2014“ für nahezu zwingend.

Grund ist die anstehende Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplanes und die damit einhergehende neue Berechnung des Bedarfs. Sie hat ergeben, dass die Zahl der Kinder pro Jahrgang weiter sinkt, diesmal auf 82. Daraus ergebe sich im Laufe der kommenden vier Kindergartenjahre ein Überhang von 92 Kindergartenplätzen, rechnet das Jugendamt den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses vor. Er tagt am Mittwoch um 17 Uhr im Rathaus zu diesem Thema. Die Sitzung ist öffentlich.

Konkrete Schließungsvorschläge macht die Verwaltung noch nicht: Seitens der Awo seien die Planungen für eine additive, also auch für die Betreuung behinderter Kinder geeignete, Einrichtung in der Heimecke noch nicht abgeschlossen, schreibt sie. Und: „Diese (könnten) aber Auswirkungen auf die weitere Vorgehensweise haben“. Erste Gedankenspiele gehen aber in die Richtung, den Kindergarten am Nettenscheid endgültig zu schließen und in einer Reihe weiterer Einrichtungen einzelne Gruppen aufzugeben beziehungsweise dort die U3-Betreuung auszubauen.

Zur Diskussion stehen dabei der Kindergarten Knerling (stufenweise Umwandlung einer Regelgruppe in eine Gruppe zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren), der Kindergarten Evingsen (Abbau einer halben Regelgruppe, Umwandlung der anderen Hälfte in eine U3-Betreuung) und die Zwergenburg (Umwandlung einer Regel- in eine U3-Gruppe, Abbau von Plätzen in der dann noch vorhandenen Regelgruppe).

Selbst bei der Umsetzung all dieser Maßnahmen ergebe sich für das Kindergartenjahr 2016/2017 noch ein Überhang von 40 Plätzen an, heißt es in der Vorlage für die Ausschusssitzung. Darin warnte die Verwaltung auch vor einem gleichmäßigen Abbau von Plätzen in allen elf Einrichtungen auf Stadtebene: Das würde jeweils „zu einem jährlichen Verlust von über zehn Kindpauschalen und damit zu um 45- bis 50000 Euro reduzierten Zuschüssen führen“. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ hätte eine solche Vorgehensweise eine kaum noch steuerbare Schließung von Tageseinrichtungen zur Folge.

Der anhaltend starke Rückgang der Kinderzahlen gefährdet nicht nur die Existenz von Kindergärten. Er schlägt später auch auf die Grundschulen durch. Wenn es nur noch 82 Kinder pro Jahrgang gibt, dann lassen sich daraus rechnerisch drei Schulklassen bilden. Es gibt in Altena aber vier Grundschulstandorte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare